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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
Entstehung
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Geldbeträgen, welche er für jenen Kommers gesammelt hatte, durch.Seitdem bestand der Ausschuß nur noch aus unbedeutenden Blasenund einem Teil der Finkenschaft, die keinen erheblichen Einfluß auf dieGeschicke der Bonner Studentenschaft ausgeübt haben.

Da die folgenden Jahre wenig Gelegenheit zum öffentlichen Auf-treten boten, wurde die Frage nach dem Ausschuß erst wieder lebendig,als im 3. 8. 84 größere studentische Festlichkeiten zu Ehren des scheidendenProfessors Maurenbrecher und des hiesigen Universitätsrichters Geh.Bergrat Brockhoff, der einen höchst ehrenvollen Ruf als vortragender Ratins Ministerium nach Berlin abgelehnt hatte, stattfanden und ferner unseremBismarck zu seinem 70sten Geburtstage und 50 jährigen Amtsjubiläumeine Glückwunsch- und Dankes-Adresse überreicht werden sollte.

Unsere Burschenschaft beteiligte sich, wie es ihre Pflicht war, regean allen Borbereitungen, und da sie als älteste Verbindung dank ihrer infester Tradition vererbten Erfahrungen überall mit gutem Rat beisprana,so wurde ihr auch von der Studentenschaft bereitwilligst der Vortritt ein-geräumt. Das Prinzip, durch eifrige Mitarbeit nach wohlüberlegtem Planeden großen Festtagen der Studentenschaft und der Universität eine würdigeFeier zu sichern oder durch persönlichen Umgang und Besprechungenmit den uns nahestehenden Korporationen bei Lösung wichtigerstudentischer Fragen Bundesgenossen für uns zu werben, hat sich in Zukunftimmer wieder bewährt. Mit diesem Prinzip war aber der Gedanke einesständigen Ausschusses, wenigstens in Bonn, sehr schwer vereinbar. In demständigen Ausschusse mußten die Gegensätze zwischen freier Geistcsrichtungund ultramontaner Gesinnung, die grade in Bonn einen immer steigendenEinfluß gewinnt, um so häufiger aufeinander prallen und so einen dauerndenKriegszustand schaffen, wie er jetzt nur zu Zeit der Lesezimmerwahl") zuherrschen pflegt.

*) Zu dem Vorstande des akademischen Lesezimmers gehört auch eine Studenten-Vertretung, aus drei Kommilitonen bestehend, welche von den Studenten, soweit siedas Lesezimmer belegt haben, gewählt werden. Da dieser Vertretung ein gewisserEinfluß ans die Auswahl der ausgelegten Zeitschriften zukam, so war unser Bemühe»,in der Wahl nur frcidenkende Kommilitonen durchzubringen. Gewöhnlich stellten zweiphilologische Vereine und wir je einen Vertreter. Die Gegenpartei der NItramontanenhatte bisher im 3. 8. stets verloren, im äV. 3. zuweilen gesiegt. All unser Mühenist aber umsonst gewesen, seit das erzbischöfliche Konvikt, welches in der Zeit desKulturkampfes aufgelöst war, neu eröffnet wurde. Seine Angehörigen belegten sämt-lich das Lesezimmer, beteiligten sich an der Wahl, und der studentische Ausschußdes Lesezimmers ist jetzt dauernd schwarz.