älteren Inaktiven mit Studien oder Examina so beschäftigt, daß siedie jungen Leute sich selber überlassen mußten. Dies war um so unerfreu-licher, als eine Menge Anlässe zu öffentlichem Auftreten gegeben waren,der Falckfackelzug, ein Schäfer- und ein Sybelkommers.
Die großen Studentenkommerse — ich habe deren nicht weniger alssieben mit gefeiert — waren übrigens eine Bonner Eigentümlichkeit, wieAuswärtige gern versicherten. Fakultäten, alle möglichen Verbindungensteckten ihre Vertreter in Wichs. Jede saß dann an einem besonderenTisch, hinter ihrem eigenen Faß. Mit dessen Resten hielten die Stiefel-füchse nach dem Ende des Gelages eine Fidelitas bis an den Morgen.Das Ehrenpodium, wo auch das Präsidium und die Chargierten saßen,war stets voll besetzt mit akademischen, militärischen und anderen Würden-trägern. Man hörte heitere und ernste, tüchtige und thörichte Reden vonProfessoren und Studenten. Mancher von uns denkt wohl noch an den„größten Germanisten Deutschlands" Anton Birlinger aus Schwaben undseine Rede auf dem Schäferkommers 1875, in der er ausführte, wie derGefeierte ohne „das deutsche Weib, Frau Eulalia," überhaupt nichts zustände gebracht hätte. Aus der Studentenschaft bot wohl seit langer undfür lange Zeit weitaus die bedeutendste Leistung Sommcrsemester 1875der jetzige Professor der Archäologie Lösch ke, damals Senior des historischenSeminars, mit seiner Rede auf Spbel. Das tollste, was ich je an un-freiwilliger Komik bei solcher Gelegenheit gehört habe, vollführte ein Wingolsitbeim Büchelcrkommers 1876. Er feierte die Professoren. Teil I: über dasStandesbewußtsein, mit dem der Student ißt und trinkt, denkt und singt, insBett, aus dein Bett, in den Karzer, aus dem Karzer u. s. w. steigt.Teil 2: ruututis mutunclis ist das bei den Professoren ebenso. Als dasGelächter immer ärger wurde, schloß er mit Standesbewußtsein, daß allessein völliger Ernst sei, und in diesen: Sinne — alles rief: Mit Standes-bewußtsein! — kommandierte er seinen Salamander.
Daß die beiden folgenden Semester, Wintersemester 1875/76 undSommersemester 1876 sich wieder besser anließen als der Sommer 1375,ist der Einwirkung der älteren Seinester zuzuschreiben. Ihrer waren mitden Zurückgekehrten (Heinke, F. Niemeper, Wortmann, Gerlach,Franz, der zum zwcitenmale Sprecher wurde), und Spiekmann, der seinviertes Semester da und aktiv blieb, neun, die stattlichste Zahl ausdem Jahrzehnt. Es sind auch im folgenden Sommer (mit Müller imvierten Semester) noch sieben. Der Füchse sind aus den: Winter1875/76 zwei, Paul Franz, Bruder des blonden und zarten Ferdinand,