sntz zu der sich polierenden Stadt. Ich erinnere mich noch gut, wie dieidealen Erwartungen, mit denen ich als inulus den Menschen wie denDingen begegnete, einen empfindlichen Stoß erlitten bei dem ersten Schrittin dies Gebäude. Ein schmieriger Eingang durch den schmalen rheinischenHausflur, an der Nabauenstube vorüber, durch den Kohlenhof; imDunkel auch für den Ortskundigen ein schwieriger Weg. Dann die schmaleTreppe hinauf, linksum! — linksum! — rechtsum! Wenn einmal einbesserer Gast die Kneipe besuchte, so wurde er vornen durch die Privat-gemächer Löllgcns hinaufgeleitet. Das Kneipzimmer selbst war geräumigund hell, aber die Wände voll von Sprüngen; das kommt vom Salamandernher, vom Jubeln und vom Singen. Nun, der reiche Kneipschmuck konntesie in etwas verdecken. Lebensgefährlich war stets der Rückweg durch dasdurchschnittene Gelände der Kohlenhaufen für jedes Individuum undStadium. Und den 30jährigen Stiftungskommers konnte man hier un-möglich feiern. Wir hielten ihn bei Nettekoven. Taufe im Wirtshaus!
Lö Ilgen war übrigens ein tüchtiger Wirt oder konnte es vielmehrwerden, als er seine zweite Frau „us Pützche" heiratete. Wir zogenalso mit ihm, als er das Haus in der stillen Wilhelmstraße kaufte, derHerberge der Gerechtigkeit gegenüber. Die Verbesserung war gering, dieRäume zulänglich aber klein und etwas dunkel; kein gefährlicher Hof, dennes gab überhaupt keinen, nur nach dem Hintergebäude einen Gang, aufden die Fenster der Kneipe mündeten. Aber der Umbau machte aus deinGanzen doch ein sauberes Haus. Hier haben wir auch seit Sommer 1877einen gemeinschaftlichen Mittagstisch gehabt, den wir später auf derSchanze fortsetzten; er war an beiden Stellen ordentlich.*)
Für einige war in meinein ersten Wintersemester der berühmterheinische Karneval etwas Neues. Er war dies Jahr recht fröhlich undallgemein; in den Stammkneipen, z. B. bei Badenheuer, im Zehrgartensangen auch die Bonner Philister ihre Lieder. Bonn hatte 1875 nocheinen eignen Maskenzug, dessen Prachtstück der „Venusdurchgang" war.
Z Vorher zerstreute man sich; ein Teil speiste bei Hageinann, ein Teil beiBadenhewer am Münsterplatz oder im Engel in der Rhcingasse oder in der Nähedes „Alten Lümmels" bei Blech. Hier wurde für die 80 Pfennig, die seine Herrenbezahlten, der in der Erziehung ziemlich verunglückte „Plnto" zugleich mit abgefüttert.Dafür rechnete Blech aber auch für jeden Kopf nur ein Schweins- oder Kalbsripple,und so blieb für den, an den die Schüssel zuletzt kam, nur HiatuS, Scherz, List undRache. Später, 77 und 78, ging man zu anderen „langsamen Vergiftungen", Adtorf,Braun, Beethoven Halle. Der Preis war zuletzt überall 90 Pfennige oder 1 Mark.Dem gegenüber war das nach den Kommersen übliche Katerfrühstück im Adler in Godes-berg eine Oase in der Wüste.