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Wir sind heute als Burschenschaft nicht mehr, wie die alte, einloser Verband, eine Art Partei in der Studentenschaft mit mehr oderweniger dehnbarem Programm, sondern eine geschlossene Lebensverbindungmit festen Statuten, Das hat unabweisbare Folgen, Zunächst die, daßeine längere sogenannte Aktivität verlangt wird. Auch wir haben indieser Zeit zwar stets nach dem Wert und der Tüchtigkeit in erster Liniegefragt und deshalb vier- oder fünfmal eine Ausnahme gemacht, aber inder Regel nur nach drei Semestern die Jnaktivität bewilligt. In strengerFolgerichtigkeit kann auch vom Beitritt zu einer anderen Burschenschaftnicht die Rede sein. Das einzige Mal, wo ein Gedanke derart im Sommer1874 im Interesse der Hallenser Pflüger aufgeworfen wurde, habenwir die Ausführung n liwiins abgewiesen, weil die Statuten es verbieten.Selbstverständlich ist auch die Gebundenheit der Inaktiven, eine größereAutorität der Chargierten, eine weitgrcifende Beaufsichtigung und Straf-gewalt zum Zweck der Erziehung und dergleichen eine Folge korporativerOrganisation.
Und ebenso steht es im Punkte des Paukens. War noch früher,in den 40 er Jahren, das Duell unter den Mitgliedern gestattet, sokonnte davon nicht mehr die Rede sein, als man von der loseren Fügungzu einer strafferen überging. Die Energie der Selbstbehauptung wandtesich jetzt ganz nach außen: einer für alle und alle für einen. Dabeimag es zunächst den Austrag von Beleidigungen gelten, die aber dochwieder meist aus den Reibereien der Verbindungen als solcher entstehen.Diese huldigen da dem bizarren Humor des oäsrint, äum rnstuant. „Eswill der Feind, es darf der Freund nicht schonen." Auch die Burschen-schaft der 40er Jahre hat das schon bethätigt. Ich lese heute in Her-mann Baumgartens Biographie: „Nach Weihnachten (1842/43) er-schienen in Jena drei Hallenser, um die dort neu begründete Burschen-schaft in grell herausgeforderten Duellen mit Jencnser Korpsburschen her-auszupauken. Das Resultat war, daß sie alle drei jämmerlich zerhauenwurden. Der geistige Führer dieser wunderlichen Deputation kam zu mir insQuartier und weihte mich in die Geheimnisse der jüngsten Philosophie ein."
Wenn nun aber eine studentische Korporation, die öffentlich Farbenträgt und ihre Mitglieder zu unbedingter Satissaktion mit dem Schlägerverpflichtet, mit andern Verbindungen, die dasselbe thun, gar einen Pauk-komment und ein förmliches Paukverhältnis vereinbart, so weiß ich eigent-lich nicht, was anders daraus werden soll, will man nicht Schadennehmen an Leib und Seele, als ein frisch-fromm-fröhliches: Wie Dumir, so ich Dir. Je größer dann zwischen den paukenden Parteien der