— III —
sie allein heranzubilden — gewiß nicht, es führen viele Wege nach Rom —so berechtigt ist unser Anspruch, das; auch wir sie heranbilden und das;wir jedenfalls dabei der idealen Richtung den Vorzug geben. So langealso das Vaterland Männer von idealer Gesinnung braucht, so lange hatdie Burschenschast das Recht und die Pflicht mitzuwirken au der Erziehungder studentischen Jugend Deutschlands. Das; wir alle so ideal wären, wermöchte es behaupten, aber daß die Besten es erstreben, ist gewiß. Zweitensist falsch, das; die Burschenschast seit dein Kriege im Niedergang begriffensei. Für die Burschenschaft Alemannia in Bonn beginnt im Gegenteilgerade mit dem Jahre I87l eine Zeit neuer Blüte. Es ist nicht plötzlichein gewaltiger Aufschwung gekommen, langsam mehrt sich die Zahl, lang-sam gewinnt sie an innerer Kraft. War es von dem Sommcrsemester 1866bis 1871 fast zur Regel geworden, das; jede Confuchsia, ausgenommen dievon Herbst 1867, um mehr als die Hälfte im Laufe der Jahre zusammen-schmolz, so folgten im Gegenteil nach jenem Zeitpunkt eine Reihe Semestervon Bestand, auch nicht einer trat aus, und die dann folgenden verloreneinen viel geringeren Prozentsatz.
Es gingen ab von den 8 Semestern von S. 62 —W. 65/66 26°/«,in den 16 Semestern S. 66—W. 76/71 55°/», in den 6 SemesternS. 71—W. 73/74 nur l4°/„. Im Sommer 1873 hatten wir nachlanger Zeit wieder einmal 12 Füchse und kamen mit den 5 Inaktivenauf 28 Mann.
Auch insofern war es ein neues Geschlecht, als alle Leibfamilien aus-starben bis auf eine. Die Späteren müssen insgesamt Haake als ihrenStammvater verehren. Während des Krieges hatte er in Bonn unterschwierigen und auch verdrießlichen Verhältnissen standhaft ausgchalten.So hat sein Fuchsvers das Nichtige getroffen:
Er krümmte sich bei Zeiten,
Für Schwarz-rot-gold zu streiten i. d. A.
An diesem in seiner aktiven Zeit oft scharfen und spitzigen Hakenhängt das ganze neu herangewachsene Alemannen-Geschlecht. „Graf"Haake war aus Halle i. W. und hatte das Bielefelder Gymnasium besucht.Von dort folgten ihrem zukünftigen Lcibburschen Hartog und Voigtel»ach, und für ein Jahrzehnt bleibt Bielefeld uns treu. Westfalen über-haupt stellt uns nach wie vor die meisten Füchse, die Hälfte von allen,auch sonst blieb es, ums die Herkunft betrifft, beim Alten: nur noch Rhein-länder aus dein südlichen und nördlichen Teil der Provinz sprangen ein,.einzelne Ost- und Wcstpreußcn, auch wieder einmal Lübecker, neues Blutbrachten einige Östreicher, fröhliche Prager.