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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
Entstehung
Seite
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Charaktere zu bilden und so ein wohlbegründetes Selbstbewußtsein zu er-zeugen und zu erhalten, das war das Ziel, Die burschenschastlichenGrundsätze wurden betont, aber es war nicht ein Spielen mit Wörternund Schwärmen in Gedanken, persönliches Beispiel sollte das Beste thun.Daß sie durch ihre Teilnahme an allen Vorgängen im Konvent, auf derKneipe und bei Ausflügen und durch vertrauten Verkehr mit den einzelnenwirklich einen solchen Einfluß im guten Sinne ausgeübt haben, kann nichtbezweifelt werden. Unter den Züngeren war das Holz, aus dem Männergeschnitzt werden. Auch nachdem das große Semester von 1866 vom Schau-platze abgetreten war, machte die Besetzung der Ämter keine Schwierigkeit.In dem Sommer des Universitätsjubiläums waren wir sogar durch Krüger,Krauel und Bosch ausgezeichnet vertreten. Die Mehrzahl der Aktivenstammte aus Westfalen, aber auch unter ihnen war noch der Nordostenunseres Vaterlandes vertreten. Krüger war ein rühriger Westpreuße, eifrigim Reden, rasch im Handeln. Sein preußisches ei machte so viele Freudewie das st des Lübeckers Krauel. Dieser zeichnete sich durch vornehmeRuhe, durch Gemessenheit in Haltung und Sprache aus, sein überlegenerVerstand gab ihm Sicherheit und Selbstbewußtsein. Wer ihm befreundetwar, wundert sich nicht über seine spätere glänzende Laufbahn. Ruhe kannteauch Bosch aus Laasphe, aber es war die behagliche Ruhe, mit der sichder gute Walzertänzer dreht, der gewandte Billardspieler den richtigen Punktder Kugel mit richtigem Effet trifft; auf der Mensur war er ein unan-genehmer Linkser. Die fünf Füchse von Herbst 1867 machten bei der Er-ziehung mancherlei Mühe, das verraten schon einige Beinamen, wie derfreche"Zehn, derweise" Mendt. Sie brachten ein gut Teil des Selbstbewußt-seins, das ihnen anerzogen werden sollte, schon mit, aber sie schlugen dochalle fünf gut ein. Bei weitem der bedeutendste unter ihnen war Borgesaus Münster, ein talentvoller Mensch, flott und ausdauernd im Arbeitenwie im Kneipen, geschickt zu allem, nur als Schläger nicht gerade glücklich,aber ein guter Redner und Sänger, am Klavier und bei den Fastnachts-spielen so unentbehrlich wie bei der Bierzeitung. Es wurde ihm leicht,den mitunter wie soll ich sagen stark medicinischen Ton der höherenSeinester mit aristophanischen Kraftausdrückcn noch zu übertrumpfen, unddoch erfüllte ihn Begeisterung für die Ideale griechischer und deutscherDichtung. Er war zum Spott geneigt und leicht absprechend im Urteil,ein Feind aller unklaren Gedankenschwärmerci so gut wie von öder Fach-und Pauksimpclei. Drei Semester lang bewährte er sich als Kneipwart undBierzeitungsredakteur, er war Schriftwart und zweimal Paukwart, zuletztSprecher. In seinem 5. Semester ging er nach Leipzig, aber in der Absicht,