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Jungen sich selber Helsen lernten. Dazu kam noch Simons, das Original,das eigentlich nicht ernst zu nehmen war und doch sehr ernst genommensein wollte, voll launiger Scherze und unberechenbarer Einfälle, geneigtandere zu quälen und zu necken, aber selber viel leichter noch geneckt undgequält, da er in der Abwehr von Angriffen unbeholfen und schwerfälligwar. Neben diesen Medizinern nahm eine besondere Stellung ein:Julius Fischer, aus Flamersheim, einer der wenigen Rheinländer derBonner und Kölner Gegend, die in jener Zeit bei uns zu Ansehen kamen,Jurist, unsere höchste Autorität auf finanziellem Gebiete. Auf Anstandund Sitte hielt Merschberger, eben erst mit neuerworbencn Sprach-kenntnissen aus Paris zurückgekehrt, darum Werschbergs genannt, salon-mäßig in Kleidung, gewählt im Ausdruck. Den größten Einfluß aberübte immer noch Oskar Meyer aus, der im Sommer 1868 sein letztesSemester in Bonn verlebte. Älter noch als er war Krummacher ausDuisburg, i?. N. genannt, der Fuchs im Sommer 1861 gewesen war.Er hatte zuerst Theologie studiert und diese Studien auf Wunsch seinesVaters auch mit dem Examen beendigt, obwohl er längst die Absichthatte umzusatteln und Mediziner zu werden. Als solcher war er nachBonn zurückgekehrt und stand nach vielen Semestern nun wieder im Examen.Uns jungen Füchsen gab er sich als hohe Respektsperson, würdevoll trug erden Cylinder im Leben wie auf dem Kneipbild; aber das war nur äußerlich,innen saß ihm der Schelm, mit Schnurren und Witzen fand er kein Ende,er war ein Kneipgenie sondergleichen: den Gipfel der Fidelität erreichtedie Kneipe, wenn er am Klaviere sitzend mit Meisterschaft die Japanaisepfiff, und unbeschreiblich war der Jubel beim Fastnachtsspiel von 1868,als sich der Vorhang hob und ?. N. als Apoll in Trikot und Lorbeer-kranz, die Leier im Arm, auftrat, mit Macht in die Saiten schlug und denGesang anstimmte: „Seid uns heute all' gegrüßt zc."
Alle diese Alten waren stolz auf die „Couleur". Sie hatten einegroße Zeit in ihr erlebt und wollten deren Geist auf die jüngere Weltvererben. Sie hatten das Kartell mit Arminen und Bubenreuthern ge-löst und der Alemannia die Richtung gegeben, die exklusiver war als dasexklusive Kartell. Die Alemannia sollte allein bestehen und sollte zeigen,daß sie am sichersten und besten allein bestand, verantwortlich nur sichselbst. Blieb sie aus eigener Kraft in Bonn die erste, die einzig wahreBurschenschaft, so war auch nach außen ihr Ruf gesichert, ganz gleich obVerruf kam von Erlangen oder Heidelberg. Waren es ihrer weniger alsfrüher, so mußten sie um so fester auftreten, stramm nach außen und insich geschlossen. Die freie und gesunde Entwicklung des einzelnen zu fördern,