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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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beim Wei» und erzählen von vergangenen Zeiten, dort ist der jungeStudent auf neue Thaten bedacht. Er kennt die Städte und Dörfer undRuinen so genau, er weiß so hübsch zu erklären und zu erzählen vonNonnenwerth und Nolandseck, und immer giebt es Neues zu sehen undzu erfragen und zu beantworten. Und wie sich nun so allmählich die Zu-rückhaltung verliert, da reicht er der neben ihm stehenden jungen Damedas große Trinkhorn, das mit Wein bis zum Rande gefüllt ist, und siewagt zu nippen. Da ertönt Musik und fordert zum Tanze auf. EinigePaare treten an und die anderen fassen Mut, man ist ja am Rhein, wodas Leben so frei und fröhlich ist, wo man den Zwang nicht kennt, undnun windet sich in langer, langer Reihe die Polonaise durch das ganzeSchiff, treppauf-treppab, durch die Kajüten und übers Verdeck. Dannfolgt Tanz auf Tanz und die Zeit vergeht wie im Fluge. Es ist, alswenn alle Reisenden eine Gesellschaft bildeten, die schon längst zusammen-gehört Hütte. Aber da naht schon die Stunde der Trennung, der Ehren-breitstein zeigt seine mächtige Front, rechts öffnet sich das Moselthal undder Dampfer legt an der Landungsbrücke von Koblenz an. Hier muß dasSchiff gewechselt werden, da das große ohne zu halten an Oberwesel vor-beifährt. Die roten Mützen werden geschwenkt, weiße Tücher wehen vondrüben und ein donnerndes Hoch schallt dem davonrauschenden Dampfernach. Sogleich wird auf dem kleineren Schiff in der Kajüte das gemein-same Mittagessen eingenommen. Wir sind hier unter uns und das ist gut,denn der Wein ist doch stärker gewesen als mancher Trinker, und schonwährend deS Essens sinkt einer oder der andere rückwärts von der Tafelin die Kissen der Bank, mitleidig verhüllt eine Serviette sein Antlitz.Aber Böllerschüsse tönen wieder und wecken selbst dieLeichen" auf. Wirsind an der Lorelei und nun winken schon in der Ferne die Türme vonOberwesel, auf halber Höhe ragt der schlanke Bau der Wernerkapelle undhoch oben krönen den Berg die Trümmer der Schönburg. Das Schiff ver-langsamt die Fahrt und hält, Ruderkähne nehmen uns auf und an derLandungsstelle begrüßt uns in Frack und Cylindcr der Bürgermeister undgeleitet den rasch geordneten Zug durch die engen Gassen des altertümlichenStädtchens bis an den Rheinischen Hof. Die Musik hat Groß und Kleinhcrvorgelockt und bereit gemacht den Wegweiser zu den in der Stadt ge-legenen Quartieren zu spielen. Nachdem uns ein kühles Bad in denFluten Vater Rheins gestärkt und erfrischt hat, beginnt im geschmücktenSaale der Kommers. Von dem ersten Liede und von der großen Rededes Sprechers an verlief er unter den rauschenden Klängen der Musik undunter wachsendem Stimmengewirr in herkömmlicher Weise bis zum Landes-