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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
Entstehung
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Es war gut, daß für den Nachmittag Spritzen in die UmgegendBonns angesetzt waren. Da konnte der Übermut freier austoben.

Für die Burschenschaft hatte das Universitätsjubiläum Bedeutungüber die Festtage hinaus. Es war die Gelegenheit gegeben und benutztworden, das Band zwischen ihr und den alten Leuten fester zu knüpfen.Die jüngeren unter diesen haben naturgemäß den Verkehr mit den Aktiveninnner mehr gepflegt, jetzt war aber auch die Verbinduug mit den älterenund ältesten der alten Häuser wiederhergestellt. Wenn die augenblicklicheEmpfindung es nicht schon gesagt hätte, die vielen Briefe, die nach demJubiläum einliefen, zeigten es klar und deutlich. Alle waren sie voll derErinnerung an das herrliche Fest. Auch erschien nun öfter als früher daseine oder andere alte Haus, z. B. Nieten aus Duisburg, Altgelt, un-vermutet, ohne Einladung auf der Kneipe, und die Freude war dannallemal groß.

Eine weitere Bestätigung dafür, daß ein festerer Zusammenhang ge-wonnen war, brachte das fünfundzwanzigjährige Stiftungsfest derBurschenschaft, das am Schluß des Sommcrsemestcrs 1869, gerade einJahr nach dem Universitätsjubiläum gefeiert wurde. Freilich so hoch wiebei diesem stieg die Zahl der Teilnehmer nicht, Hankwitz vom Sommer1859 war der älteste, aber doch war es wieder ein großes Fest für dieBurschenschaft, zu dem Gäste aus weiter Ferne gekommen waren, z. B.Löwis of Mcnar aus Riga. Der erste Tag gehörte wie immer demSchänzchen, am zweiten Tage aber wurde mit dem Kommers der Schwer-punkt der Feier nach Oberwesel verlegt. Das war zum letzten Maleim Sommer 1864 geschehen, seitdem war es öfter geplant worden, aberzufällige Umstünde hatten jedesmal die Ausführung verhindert. Seit 1869ist es Regel geworden, das Stiftungsfest alle fünf Jahre in Oberwesel zufeiern. Das ist ein ganz eigenartiges Fest, keiner anderen Universität istdie Möglichkeit gegeben es so zu feiern, das kann nur Bonn am Rhein.Denn die Rheinfahrt giebt ihm das besondere Gepräge, sie nimmt dengrößten Teil des einen Tages in Anspruch. Frühmorgens geht es imfestlichen Zuge zum Dampfer. Mit argwöhnischen Blicken empfängt dasreisende Publikum die lärmende Schaar von jungen Studenten und be-moosten Häuptern. Die Musik spielt aus, Böllerschüsse krachen los, Wein-fässer werden an Bord gerollt und die schwarz-rot-goldnc Fahne steigt amMast in die Höhe. Wie soll das werden? Aber es geht besser, als mangedacht. Die Fahrt währt lange und es bietet sich den Reisenden genugGelegenheit um zu beobachten, wie in harmloser Fröhlichkeit sich das bunteTreiben über das ganze Schiff verteilt. Hier sitzen vergnüglich die Alten