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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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aber auch Berlin hatte viele gesandt und ebenso eilten sie von Nord undSüd herbei, aus Flensburg und Haderslebcn, wie aus Heidelberg undTübingen. Die hohen Semester waren gut vertreten, indem nicht nurmehrere Stifter der Alemannia erschienen waren, sondern auch alteFridericiancr sich uns anschlössen, so der erste Sprecher unserer Muttcr-burschcnschaft, Prien aus Lübeck, so die beiden v. Kunowski und derrote" Becker, und sogar noch ältere wie Knorsch und Landfermannnahmen an unserem Kommers teil. Der Montag, der dritte Tag, begannwie jeder seiner Vorgänger unter den Klängen der Musik mit einem Früh-schoppen im Garten des Schänzchens, dann drängten sich die Festlichkeitender Universität. Großer Umzug, Festaktus mit Rede des Rektors, Garten-fest bei Kley, Festessen, Fackelzug und Kommers, das war das Programm.Daß der Kronprinz an der Jubelfeier teilnahm, gab diesem Tage be-sonderen Glanz, die festliche Stimmung erreichte ihren Höhepunkt. Beiden öffentlichen Aufzügen kam die große Zahl unserer Mitglieder undGäste so recht zur Geltung, bei dem Essen, das dem Kronprinzen zu Ehrenvon der Universität gegeben wurde, waren wir durch unseren Sprechervertreten, der Fackelzug endete in Poppelsdorf, und dort im Schloß, dessenHof durch ein Zeltdach in einen großen Saal umgewandelt war, wurdeder Kommers gehalten. Nach diesem vereinigte sich, als wenn der Tag»och nicht genug geboten hätte, eine Anzahl ausdauernder Zecher, darunterauch würdige alte Herren wie derrote" Becker, zu später Stunde aufdem Schänzchen. So sehr bildete dieses für uns den Mittelpunkt derFeier, und so hoch gingen noch die Wogen der Begeisterung. Dem ent-sprach am folgenden Tage die Katerstimmung. Ausgelassener ist sie inBonn selbst zur Karncvalszeit nicht zum Ausdruck gekommen. Wie weitder fröhliche Übermut unserer Leute ging, mag ein Beispiel zeigen. Einoffener Möbelwagen war ausfindig gemacht und vor die Kneipe gefahren.Auf ihn lud man das Klavier und setzte dazu den unermüdlichen Sänger,Klavierspieler nnd Bierzeitungsredaktcur Soltau. Handfeste Burschenspannten sich vor den Wagen und zogen ihn durch die Straßen der Stadt.Soltau spielte, als wenn es Kneipabend wäre, und sang dazu die schönstenKouplets, und der von Straße zu Straße anwachsende Chorus fiel mitMacht ein. So ging es über den Markt bis zur Wittib und hier endigtedie fröhliche Fahrt mit dem schönen Liede:

Ich bin die Wittib nnd herrsche im Haus,

Drum strenge Ordnung bitt' ich mir aus.

Speis' und Getränke die gebe ich,

Aber wer mehr verlangt, dem sage ich:

Und ich verlange, dat Se mer de Wirtschaf nich stören!