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Godesberg erhielt für uns noch eine besondere Bedeutung in jenenschönen Togen des großen Jubelfestes, das die rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität im August 1868 feierte, 50 Jahre nach ihrer Stiftung.Der Jubiläumstag fiel auf den 3. dieses Monats, auf einen Montag, dieAlemannia aber hatte ihre alten Herren und alle, die ihr nahe standen,schon zu den beiden vorhergehenden Tagen eingeladen und diese zu ihrenbesonderen Festlichkeiten bestimmt. Sie hatte auch die große Freude, einerecht stattliche Zahl von Gästen schon in den Vormittagstundcn desSonnabends auf dem Schänzchen begrüßen zu können. Von da ging esNachmittags in froher Fahrt hinaus nach Godesberg. Vor der Villa vonder Heydt machte der Zug Halt. Befreundete Damen aus Elberfeld hattender Alemannia zur Zier und Ehre eine prächtige Fahne mit unseremWappen gestickt, und eine von ihnen, die Schwester unseres alten Herrnv. Hurter, Frau von der Heydt, überreichte jetzt in feierlichem Aktedas neue Banner. Es ist, wie von der einen Seite gewünscht und vonder anderen versprochen wurde, als Sinnbild unserer burschenschaftlichenIdeale bei allen festlichen Gelegenheiten mit Stolz vorangetragen und indankbarer Erinnerung an die freundlichen Geberinnen hoch in Ehren ge-halten worden bis auf den heutigen Tag.
Die Alemannia blickte damals auf eine rühmliche Vergangenheit von24 Jahren zurück und hatte schon manchen Kommers in Herrlichkeit undFreuden gefeiert, aber so großartig zugleich und so stimmungsvoll wie dasUnivcrsitätsjubiläum war noch keines ihrer Feste verlaufen. Ernst undwürdig war die Feier in Godesberg mit der Übergabe der Fahne ein-geleitet, ein ernster Zug, ein idealer Schwung blieb den Rednern desAbends, aber auch Frohsinn und Humor hielten während der Musikkneipcihren Einzug auf dem Schänzchen. Ein Festspiel kam zur Aufführung, indem die glückliche Zuversicht des jungen Burschen und die reife Erfahrungdes jugendfrisch gebliebenen alten Hauses den Sieg davontragen über dieZweifel und Sorgen des zaghaften Philistertums. Das flotte Spiel undder Grundgedanke gefielen, regten an und weckten fröhliche Stimmung.Die Stimmung hielt mit dem Festprogramm gleichen Schritt. Geschicktwar dieses auf eine Steigerung jener berechnet. Der zweite Tag brachteeine Dampfschiffahrt nach Rolandseck und ein Festessen bei Groyen, abendsgroßen Kommers auf der Schanze. Die Zahl der Festtcilnehmer war in-zwischen bedeutend gestiegen und übertraf so sehr die Erwartungen undAnmeldungen, daß es schwer wurde das Versprechen zu halten und für soviele das gewünschte Quartier zu besorgen. Aus allen Gegenden kamensie an den Rhein gezogen, die meisten waren freilich aus dem Westen,