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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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Convent oft zu langen Reden und erregten Verhandlungen. Es war dieZeit, von der die Bierzeitung sang:

Wieder und wieder stellt im Convent

Antrag auf Antrag Wcstphalen ohn' End'."

Es ist dainals viel an den Statuten geändert und gebessert worden, und esist Thatsache, das; in einer Conventssitzung' (9. II. 67) nicht weniger alszehn Westphalen'schc Anträge, unter ihnen einige von wirklicher Be-deutung, vorlagen, die alle besprochen sind und bis auf einen alle die Zu-stimmung des Convents gefunden haben. Die Bestimmungen über dasKasscnwescn, über Wechselsteuer, Beifuhrcn u. s. w. erhielten Verbesserungen,auch der Abstimmungsmodus. Die Statuten der Konkneipanten sind injener Zeit nach Broichers Vorschlägen entworfen und angenommen.Freilich wurden auch einige Änderungen beschlossen, die nachträglich nichtjeder zu den Verbcsserungen zählen wird. So ging, wenn auch gegen einestarke Minderheit, der Antrag durch, die Bibliothek, die hauptsächlichaus namhaften Geschichtswerkcn bestand und in den wenigen Jahren seitihrer Gründung 1863 für denCouleurschrank" fast zu groß gewordenwar, vorläufig nicht weiter durch Neuanschaffungen zu vermehren. DieBroschürenkommission (die Zeiten des Konflikts waren freilich vorbei) wurdeaufgelöst, und unter Hinweis auf die Verschiedenheit der Fakultäten wurdeder wissenschaftliche Abend aufgegeben mit der nicht gerade glücklichen Be-gründung,das; ein Vortrag entweder allgemein verständlich aber flach,oder eingehend aber für die meisten uninteressant wäre." Wollte man indiesem Vorgehen eine gewisse Reaktion erkennen, die von den Medizinernausging und sich gegen das frühere Überwiegen des philologischen Ein-flusses wendete, so würde das dem Zahlenverhältnis der Fakultäten zueinander wohl entsprechen. Denn die Hälfte aller aktiven und inaktivenAlemannen studierte in jenem Semester Medizin, Sprecher, Schriftwart undPaukwart waren Mediziner, die Zahl der Philologen wurde sogar durchdie der Juristen noch übertroffen, während die Theologie vom Sommer1867 bis Ostern 1869 gar nicht vertreten war. Aber wenn auch dieserGegensatz damals ohne Frage vorhanden war, so teilten sich doch beijenen Beschlüssen die Parteien durchaus nicht nach Fakultäten. Es gab auchMediziner unter uns, in denen das ideale Element mehr hervortrat als inmanchen Philologen. Für das wissenschaftliche Leben des einzelnen hattensolche Conventsbeschlüsse überhaupt keine Bedeutung.

Die Beziehungen zur Studentenschaft haben sich in jener Zeitnicht geändert, das Ansehen der Alemannia erhielt sich ungeschmälert beidem nicht Farben tragenden Teil der Studenten wie bei den Verbindungen,