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Bild dieser Verhältnisse giebt das Bierzeitungsdrama: „Viel Lärm umNichts" oder „die Klique", aus dem Sommer 1864; ähnlich Paul Hasses„Philippika" vom Winter 1365 — 66.
Drei Personen traten nun besonders in den Vordergrund: Oskar Meyer,E. Z. Broi cher und Max Lang. Lang kehrte als älterer Mediziner nach Bonnzurück, machte dort das Staatsexamen und blieb auch als Assistenzarzt an derKlinik. Er hatte eine idealistische Richtung, war ungewöhnlich ernst undum das Wohl der Burschenschaft als solcher sehr besorgt. Broicher, einNeffe des bekannten Schriftstellers, Burschenschafters, politischen Flüchtlings,ehemaligen Freundes und späteren Feindes von Heinrich Heine, JakobVenedcy, war im dritten Studiensemestcr aktiv geworden, veranlaßt von seinemOnkel. Da er seine ganze Studienzeit in Bonn zubrachte, zwei SemesterSprecher war, und für die burschenschaftlichen Prinzipien besonders begeistert,so war es kein Wunder, daß er immer mehr in den Mittelpunkt rückte.
Eine bedeutende Erscheinung war Oskar Meyer aus Hamburg, einBruder des bekannten Obcringenieurs Andreas Meyer, der die großartigenZollanschlußbauten in Hamburg geschaffen hat. Oskar Meyer war groß vonGestalt, wenn auch körperlich etwas unbeholfen, war ein Original durch unddurch; kindlich naiv, von durchdringendem, klarem Verstand, sagte er jedermanndie Wahrheit und durfte sie sagen, denn niemand sagte Wahrheiten sooriginell wie Oskar Meyer. Zu ihm mußte jeder Stellung nehmen, ihnlieben oder fürchten; hochachten aber mußte ihn jeder. So lange er in Bonn war,und das war mit Unterbrechungen bis 1868, war die Alemannia überhauptnicht denkbar ohne Oskar Meyer. Die Macht seiner Persönlichkeit war so groß,daß jede Redensart, jede Bewegung beinahe, die ihm eigentümlich war, allge-mein kopiert wurde. Er war eine Respektsperson für die ganze Studentenschaftund sagte auch trotz des Verrufsverhältnisscs Corpsstudcnten, die er von derHeimat aus kannte, mehr als einmal derb die Wahrheit, nicht aus Schmäh-sucht, sondern als teilnehmender, wohlwollender Freund. Voll von Scherzen,schonungslos in seinem Humor, erfüllte ihn heiligster, fast fanatischer Ernst,wenn es sich um ernste Dinge handelte. Er war das verkörperte guteGewissen der Burschenschaft. Wie Oskar Meyer dachten, sprachen, handeltenunbewußt viele, die sonst in ihrer Natur himmelweit von ihm verschiedenwaren. In seiner Wissenschaft — er war Philologe und warf sich mehrund mehr auf Sanskrit und vergleichende Sprachwissenschaft — war er tiefeindringend und hätte Großes geleistet, wäre ihm ein längeres Leben beschiedenworden. So sagte mir Hermann Osthoff, jetzt Sanskrit-Professor in Heidel-berg, daß Meyer ihn zum Sanskrit angeregt habe. Meyer hatte zuerst mit