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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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war Otto Korn, berühmt ob seiner großartigen Grobheit und Gradheit;die Korn'sche Bierzeitung war eine der schärfsten und geistreichsten. Korn starb alsGymnasialdirektor zu Natibor 1883. Eine merkwürdige Erscheinung war Alb rechtDeetz, eine hervorragende Intelligenz: er war Kaufmann gewesen und hatte durchPrivat-Studium sich in anderthalb Jahren zum Abiturientenexamen vorbereitet.Sein Bruder war der bekannte Direktor des Schauspiels am KöniglichenHofthcater zu Berlin. Deetz war Schwärmer, besonders in der Politik; erarbeitete unermüdlich für Eintritt der Burschenschaft ins Norddeutsche Kartellund hat dadurch lange Zeit große Erregung geschürt, Anträge undDebatten hervorgerufen; doch fiel er und seine Freunde mit dem Plane durch.Deetz ist 1881 als Lehrer in Altona gestorben.

Die deutsche Politik bot damals sehr viel der Aufregung: die Kon-sliktszeit näherte sich, die fünfzigjährige Gedächtnisfeier des Jahres 1813,der dünische Krieg kurz, alles drängte die Burschenschaft in die Politikhinein; die Alemannia hielt sich jedoch dauernd auf dem Mittelweg; siewollte nicht als Gesamtheit politische Parteifarbe annehmen, sondern lieberdein Einzelnen seine ihm zusagende politische Stellung lassen, zumaleinerseits manche vermöge ihrer ganzen Erziehung mehr nach rechtsneigten, andererseits die Deetzische Richtung Elemente umfaßte, die keineswegsgeeignet waren, tonangebend zu werden. Weder Schmemann, genanntNabullus, ein Bcrgbeflissener, der in seinen: sechzehnten Semester noch aktivgeworden war, war dazu im stände, noch Hornay, der Sohn eines altenBurschenschafters, der seinerzeit zum Tode verurteilt worden war, dann aufseinen Adel freiwillig verzichtet hatte und nun als Steinbruch-Besitzer imThorgebäude des Heisterbacher Klosters lebte. Er kam oft nach Bonn, sekun-dierte seinem Sohn auf Mensur und war wie dieser ein Schwärmer.

Der letzte Vertreter dieser politischen Richtung war Lenzmann,der bekannte westfälische Rechtsanwalt, Abgeordnete und demokratischeAgitator, der unter anderem wollte, die Burschenschafter müßten Zeitungs-artikel schreiben, offiziell der Fortschrittspartei angehören und einen völligenUmschwung vorbereiten. Auch der tüchtige Livländcr Löwis Freiherr ofMenar dachte ähnlich, wenn auch nicht ganz so extrem. Das Vorhandenseinsolcher Gegensätze innerhalb der Burschenschaft hatte zur Folge, daß politischeUnterhaltungen im Vordergrund des Interesses standen und das Gefühl vor-handen war, die Verbindung müsse durchaus ihr Vatcrlandsprinzip öffentlichbethätigen. Diese Bethätigung sollte zunächst in der Teilnahme am akade-mischen Turnverein bestehen. Wie es dabei herging, schildert GeorgEschenburg in der Bierzeitung vom Sommer 1863 in ergötzlicher Übertreibung.Außerdem ward sehr viel gesammelt für patriotische Zwecke. Unter den