richters v. Salomon*) die studentische Gerichtsbarkeit selbst indie scherzhaste Hand nahm. Daß alle Urteile nur Lellsr-mnllogefällt wurden, ist selbstverständlich. Die Behörden erwiesen sichlächerlich schwach, räumten zunächst gänzlich das Feld, und erst,als der „Ulk" in sich selbst zerfiel, stellten sie ihre Autoritätwieder her. Salamander war auf 4 Wochen gänzlich von derBildfläche verschwunden, wahrscheinlich, weil er Exzesse gegen seinePerson befürchtete, die aber jedenfalls nur harmlos ausgefallenwären.
Eine große Petition mit vielen zum Teil ernst gemeintenForderungen (z. B. Abschaffung der akademischen Gerichtsbarkeit,Einführung studentischer Pairsgerichte u. s. w.) wurde dem da-
") Spohr erklärt die Entstehung des „Salamanderreibens" lediglich für eineDemonstration gegen diesen allgemein verhaßten v. Salomon. Er sagt darüberwörtlich:
„Entgegen allen Fabulierereien muß ich als altes Bonner Studienkind— ich besuchte die Bonner Elementarschulen von 1835—37, das Gymnasiumvon 1337—45, die Universität von 1845—49 — konstatieren, daß der„Salamander" ganz allmählich in den 3V er und 49 er Jahren entstand undzuerst unzweifelhaft die Bedeutung eines Pcreats auf den UnivcrsitätSrichtervon Salomon hatte, den man als „Salamander" zu zerreiben trachtete. Erstspäter, in der Mitte der 49 er Jahre, rieb man dann den „Salamander" zuEhren einer Person oder einer Idee, immer aber noch in dem Sinne, daßdieser zu Ehren der Salamander, d. h. Herr v. Salomon, zernichtet werdensollte."
Franz (1848—49) weiß über die Entstehung nichts direktes zu bekunden, erzähltaber folgenden Vorfall: Im Sommer 1848 habe eine Anzahl Alemannen bei Groyenin RolandSeck bei einer Bowle gesessen, an einem andern Tisch die Frankonia, aneinem dritten der Universitätsrichter v. Salomon mit mehreren Professoren. Als dieAlemannen einen Salamander gerieben, sei v. Salomon an ihren Tisch herangetretenund habe sich eine derartige gegen ihn gerichtete Verhöhnung verbeten. Dabei sei ergeblieben, trotzdem ihm seitens der Alemannen bemerkt worden, daß ihres Wissens derSalamander älter sei, als die Stellung des v. Salomon als Universitätsrichter. Ersei darauf ironisch gefragt, ob er etwas dagegen habe, wenn man statt des sxereitiumLalamanclri ein „oxoroitium vini" oder eine „Weinübung" vollführe, womit er sicheinverstanden erklärt habe. Sofort habe der Alcmannentisch auf irgend etwas einekräftige „Weinübung" gerieben (unter Ersetzung des „exsrcitivm Lnlamnnclri" unddes beim Reiben gemurmelten „Salamander, Salamander w." durch „Weinübnng w.",was sich höchst komisch gemacht habe), der Frankonentisch sei alsbald in gleicher Weisegefolgt, und so fort, bis zum allgemeinem Gaudium, auch der anwesenden Professoren,v. Salomon baldigst verschwunden sei. — Dieser Vorfall bestätigt die Spohr'sche Dar-stellung jedenfalls insofern, als danach v. Salomon selbst den Salamander gleichfallsals eine gegen ihn gerichtete Demonstration aufgefaßt hat.