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gekommen, wenn unsere Verbindung mit einer anderen in einen besonderenKonflikt geraten war, der dann auch sofort eine größere Anzahl vonMensuren zur Folge hatte (z. B. 1853/54 und 1854 mit den Marko-mannen, 1856 und 1857 mit den Teutonen). Praktisch hing daher dieMensurcnsrage für die Alemannia von deren jeweiligen Verhältnis zu denCorps ab. Gestatteten die Corps ihren Mitgliedern das Losgehen gegendie Alemannen, so fanden auch Mensuren statt, verboten die Corps solche,so wurden die Mensuren selten bis zum zeitweiligen völligen Verschwinden.Während des weitaus größten Teils unserer Periode (eine Zeit langherrschte auch Verruf, weil die Alemannia mit zwei in Corps-Verruf be-findlichen Burschenschaften in einen 0. getreten war) erklärten sich dieCorps zwar theoretisch bereit, Paukereicn mit den Alemannen zu gestattenund auszufcchten, knüpften daran aber die Bedingung, daß Unparteiischer,Sekundant und Zeugen Corpsburschen sein müßten, was natürlich diesseitsunannehmbar war. Man bchalf sich zeitweilig damit, daß beide Teileohne Farben losgingen, was aber bald sowohl seitens der Corps, alsunsererseits verboten wurde. So blieb denn schließlich nur der Ausweg,daß die Auspaukung der Contrahagen bis zum Abgang von Bonn ver-schoben wurde. Beide Teile traten dann etwas früher aus und gingenohne Farben los; bezüglich des Unparteiischen einigte man sich dabei meistüber einen früheren beiden Teilen bekannten Corpsburschen, währendSekundanten und Zeugen von jeder Seite gestellt wurden. Dieser Auswegwar natürlich nur in verhältnismäßig wenigen Fällen gangbar, hatte aberdoch am Schluß mancher Semester eine Anzahl Mensuren zur Folge.
Im großen Ganzen kann man sagen, daß, sobald die Corps sich nichtauf Paukereicn mit uns einließen, die Pauklust bei uns vielfach größerwar, als die Gelegenheit sie zu befriedigen. Aller statutarischen Bestimmungenund aller Provokationsverbote ungeachtet ließen sich doch die jugendlichenthatendurstigen Gemüter nicht immer in den statutarisch gebotenen Schrankenhalten. Wirkliche Beleidigungs-Contrahagen zwischen Einzelnen kamenverhältnismäßig selten vor, die meisten Contrahagcn erfolgten bei Kon-flikten zwischen verschiedenen Couleuren oder bei zufälligen Zusammen-stößen mit anderen „feindlichen Volksstümmen" durch mehr oder minderhöfliches Aufbrummen des „dummen Jungen". Diese Zusammenstöße voll-zogen sich gewöhnlich in der Weise, daß um die mitternächtige Stundenach beendeter Kneipe die betreffende Couleur zum Markt zog, dort unterdem Gesang des
„Juchheirassassa, die sind da,
Die sind lustig, sie rufen hurrah!"