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nahe befreundet war. Er war zugleich Vorsitzeuder der Allgemeinheit undwird als eine sehr bedeutende Erscheinung geschildert, so daß die Annahmeberechtigt erscheint, das; die Macht seiner Persönlichkeit nicht ohne Einflußauf die Haltung der Alemannia in diesen Fragen gewesen sein wird. DerHauptträger der Allgemeinheitsidee innerhalb der Alemannia war KarlJahn aus Hamburg. Er war ein bartloser, kränklicher Mensch, im per-sönlichen Umgang sehr liebenswürdig, von überlegener Dialektik und vollvon Hcgclscher Philosophie und Sophistik, sehr ruhig und autoritativ.Seine Ansicht über das Duell war, daß es unvernünftig und unsittlich sei.Man erzählte sich, daß er einen Corpsburschen, der ihn auf dem Markteinen dummen Jungen genannt, in einer Viertelstunde durch Tüfteln soumgestimmt habe, daß derselbe zugegeben, selbst der „dumme Junge" zusein. Die Allgemeinheit ruhte auf dem vou Hegel abstrahierten Grundsatz,den auch Jahu vertrat: „Kein einzelner ist vernünftig, sondern die Mensch-heit"; diesen Gedanken wollte man auch auf die Studentenschaft an-wenden. (L.).
Dieser ganzen Richtung fehlte es nicht an Widerspruch innerhalb derBurschenschaft. Das Ehrenmitglied Wieber trat aus, wie er selbst erklärte,„aus persönlicher Überzeugung wegen Durchführung des abstrakten Allgemein-heitSprinzipcs". Auch Fiedler aus Frankfurt a. M., der zeitweise Sprecherwar, kämpfte gegen die Allgcmeinheitsidee; bei seinem Abschied aus Bonn, zuOstern 1846, schrieb er in das schwarz-rot-goldene Buch, wie folgt: „JedeVereinigung, die nicht derAusdruckeines gemeinsamenBcwußtseinsund Strebensist, wird stets nur eine äußerliche, oberflächliche Vereinigung, nie aber eineinnere organische Einheit sein. Im Studcntenleben hat sich bis jetzteinzig und allein das Nechtsbewußtsein als allen gemeinsam und bei allensich gleichbleibend gezeigt. ^ Diesem Nechtsbewußtsein gebe die Allgemein-heit einen Ausdruck, sie werde ein Ehrengericht, aber auch nur ein solches.Sittlichkeit und Wissenschaftlichkeit, zwei zur Hebung des Studentenlebensunentbehrliche Momente, sind soweit davon entfernt, sich bis jetzt als derganzen Studentenwelt gemeinsam und das ganze Studentenleben bedingend dar-zustellen, daß im Gegenteil bei den meisten oder doch bei einer sehr großenAnzahl von Studenten die Würdigung und Anerkennung derselben ganzfehlt, bei den übrigen aber nur wenige dieselbe Ansicht darüber haben undgemeinsam nach ihrer Förderung und Verbreitung streben. Der Ausdruckeiner solchen gemeinschaftlichen Anschauungsweise ist die Verbindung.Die Verschiedenheit der Ansichten über die zur Förderung von Sittlichkeitund Wissenschaftlichkeit zu ergreifenden Mittel macht eine Mehrheit vonVerbindungen statthaft, ja sogar nötig, macht aber auch ebenso eine auf