Anerkennung und Verbreitung von Wissenschaftlichkeit und Sittlichkeitgerichtete Allgemeinheit zu einem Unding!"
Aber auch in der Fridericia empfand man ähnlich, es hatte sich dorteine Opposition gebildet, wie die, welche zur Loslösung der Alemanniageführt hatte, und schließlich waren zwölf Mitglieder ausgetreten, denSprecher vom Sommer 1845, Gudden, an der Spitze, und hatten am11. Dezember 1845 eine neue Burschenschaft gegründet, die Frankonia.Ziemlich gleichzeitig war die den Alemannen einst so befreundete Saxo-Rhenania aus ähnlicher Abneigung gegen die Allgemeinheit zu Grundegegangen, indem ihre letzten Mitglieder teils das gänzlich erloschene CorpsSaxonia wieder aufthaten, teils die Reste der alten Nhenania verstärkten.
Nach Fiedlers und Wiebers Weggang war in der Alemannia dieOpposition gegen die Allgemeinheit so ziemlich geschwunden. Ihre Blüte-zeit erreichte dieselbe im Sommer 1846. Sie brachte es bis auf400 Mitglieder. Auch die neu gegründete Frankonia hatte sich entschließenmüssen, wenigstens der Forin nach der Allgemeinheit beizutreten. Ebensohatte sich die Germania, eine dem Wingolf ähnliche, christliche, das Duellgänzlich verwerfende Verbindung, der Allgemeinheit angegliedert.*) Viel zustände brachte die Allgemeinheit nicht; sie strebte nach einem allgemeinen Ehren-gericht für sämtliche Studenten, das aber kam nicht zu stände; sie strebteauch nach Aufhebung der akademischen Gerichtsbarkeit und Gleichstellungder Studenten mit den andern Staatsbürgern. Nur eins erreichte sie:daß im Lesezimmer das Mannheimer Journal gehalten wurde, damalsOrgan von Karl Blind und Genossen; Karl Blind war lange Vorsitzenderdes Scktionsausschusses, dem auch die Alemannia zugeteilt war. ImJanuar 1847 trat der Alemanne Stammer an seine Stelle. Inzwischenhatte nach Kirchhoffs Weggang in der Fridericia die Abneigung gegen dieAllgemeinheit die Oberhand gewonnen, sie trat samt der Frankonia ausder Allgemeinheit aus und bildete mit dieser und der Germania zusammeneinen neuen E., die Alemannia dagegen verharrte noch bei der Allge-meinheit. Nun versuchte letztere sich in eine rein wissenschaftlicheVereinigung umzubilden, und als das mißlang, löste sie sich am21. Januar 1847 auf.
*) Aus der „Theologenkneipc" hatte sich durch Hallenser Theologen des dortigen„Alten Vereins", aus dem der Hallenser Wingolf und der Pflug hervorgingen, imJahre 1841 ein Wingolf gebildet. Dieser änderte l843 seinen Namen in Germaniaund bestand bis 1849. Im Jahre 18Z6 ward der noch bestehende Bonner Wingolfgegründet.