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1 (1842) A - D
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Carlowitz.

erhielt, weil er eine goldene Gnadenkette am Halse zu tragen pflegte,und dieser Umstand mag höchst wahrscheinlich nachher Rattkai deNagii und andere Schriftsteller zu dem seltsamen Irrthuine verleitet ha-ben, diese Familie von den römischen Manliis Torquatis herleiten zuwollen. Des letztverstorbenen Johann Güter, die Herrschaften Udi-na, Lica, Corbau und Meduevara, fielen durch König Ferdinands I.Begünstigung Johanns Schwestersühnen, Johann und Nikol, Grafenvon Zrini, zu, und da zu jener Zeit die deutsche Linie der Herrenvon Carlowitz ihre Rechte daran nicht beachtet hatte, so that dies einspäterer Nachkomme, der künigl. polnische und knrfürst. säclis. Ge-neralmajor Georg Karl von Carlowitz, und bat, nachdem der bekannteGraf Peter Zrini im Jahre 1671 wegen Felonie aller seiner Güter ver-lustig worden war, welche der kaiserliche Fiscus eingezogen hatte,ungefähr im Jahre 1685 bei Kaiser Leopold I., obwohl vergebens, umRestitution in jene, der Carlowitz'schen Familie vormals gehörigenStammgüter für sich und seine sämmtlichen Lehensvettern. Nach denin den Händen der Familie sich befindenden Nachrichten über obi-ges Gesuch bestand das Haupthinderniss der kaiserlichen Gewährungdesselben darin: dass weder der General-Majori von Carlowitz nochein anderes Mitglied der Familie sich entschliessen wollte, zur rö-misch-katholischen Kirche überzutreten.

Der zweite Sohn Karls von Durazzo, Herrn zu Carlowitz, Chri-stoph, wurde Stifter der deutschen Linie. Er zog mit dem Heere desKönigs von Ungarn, nachherigen römischen Kaisers Sigismund nachDeutschland, fand Gelegenheit, sich daselbst in den meissnischen Lan-den ansässig zu machen, und ist wahrscheinlich nebst einem oder ei-nigen seiner Söhne im Jahre 1426 in der Schlacht bei Aussig gegendie Hussiten geblieben. Einer von dessen Söhnen

Friedrich auf Ilermsdorf, gest. 1486, hinterliess zwei Söhne:Blasius auf Hermsdorf und Kriebenstein, undHeinrich auf ICreyscha und Karsdorf, von welchen Beiden sämmt-liclie noch florirende Linien Derer von Carlowitz abstammen.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts hatte die Familie grosse Güter inSachsen und Böhmen an sich gebracht, z. B. die Aemter Waldheimund Senftenberg, die Schlösser Kriebenstein, Ehrenberg, Schweikers-hayn, Pillnitz, ICreyscha, Rothenhaus u. s. w.

Christoph von Carlowitz auf Rothenhäus, Kurfürst Moritzens zuSachsen geheimer Rath, stand bei Kaiser Karl V. in besonderer Gnadeund wurde von demselben in den wichtigsten Reichsgeschäften zu Ra-the gezogen und gebraucht, weshalb ihm und seinen Nachkommen vongedachtem Kaiser Karl die Reichs - Erb - vier-Ritterliche Würde ertheiltwurde, indem eben damals das Geschlecht Derer von Strandegg, wel-ches dieselbe seit Jahrhunderten bekleidet hatte, ausgestorben war.

Die Grenzen dieses Adels-Lexikon gestatten nicht, alle Indivi-duen dieser später so weit verbreiteten Familie hier anzuführen , undwir müssen uns auf diejenigen Mitglieder derselben beschränken, wel-che dem preussischen Staate wirklich gedient haben demselben nochdienen, oder doch in preussischen Landen geboren sind. Iiier findenwir denn zuerst:

George von Carlowitz auf Kriebenstein, des heiligen römischenReichs Erbvierritter, kurfürstl. brandenburg'scher Kriegsrath und Com-mandant zu Peitz; er starb 1620. Ferner:

George Karl, geb. 1717, ein Sohn Hans Karls auf Schwarzbach,und Enkel des schon weiter oben angeführten königl. polnischen undkurfürstl. säclis. General-Majors und Chef eines Dragoner-Regiments,George Karls auf Gallschiitz, welcher, nachdem er in wichtigen Ver-sendungen an den Kaiser Leopold I. und den russischen Czaar Peter