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Canitz.
Canitz (Kanitz), die Grafen, Frcilierren undHerren von.
Die Nacliricliteil über den Ursprung dieses alten Geschlechtes, daszu dem lausitzer und schlesischen Adel gezählt wird , sind sehr ver-schieden. Einige Schriftsteller lassen den Stammvater desselben ausIrland kommen, und behaupten, dass er ein Abkomme von einerdort bekannten Heiligen, Canic genannt, sei, welche in einem nachihr benannten Haine, der in der Grafschaft Lagenia bei der StadtKilkeny gelegen haben soll, verehrt worden ist. M. s. das neu gehar-nischte Grossbritannien, o.Ivap. ]>. 441; Andere lassen es von wendischerAbkunft sein, und wieder Andere geben dem Stammvater einen l'latzunter den burgundischen Rittern; sicher aber ist es, dass sie anfäng-lich in der Lausitz gewohnt und daselbst mehrere Dörfer erbaut ha-ben, deren Namen an die Familie erinnert, sie wendeten sich aus derLausitz nach Meissen, wo ein Schloss dieses Namens als ihr Stamm-haus bezeichnet wird, und noch heute verschiedene Dürfer, namentlichbei Torgan, Oschatz und an der Mulde, ihren Namen führen. Schött-gen, in seiner Geschichte des Stiftes Würzen, sagt geradezu: das be-rühmte adelige Geschlecht Derer von Canitz hat seinen Namen von demDorfe Canitz, und hat die Feder eines Geiers auf dem Helme, weilwendisch der Geier Canetza heisst. Ganz ähnlich spricht sich auchFranzelins aus: Familia nobilis a Canitz ex eodem Kania denomi-nationem habet, quod milvi pennam clypeus ejus exhibeat. Vulgus pi—ctorum sealptorumque pennam pavonis pingit lingitque, sed falso qui-deni. Die Meinung, dass die Canitze aus Burgund abstammen, unter-stützen Einige durch den Umstand, dass sich in ihrem Wappen zweiAndreaskreuze, die auch burgundsche Kreuze benannt worden, belin-den; eine Meinung, die jedoch Carpzov's Ehrentempel bündig wider-legt, indem er beweist, dass die Herren v. Canitz eher jenes Kreuzim Wappen hatten, als der Herzog von Burgund im Jahre 1411), zu Eh-ren des heiligen Andreas, den Orden vom goldenen Vliesse , der so-dann auch das burgundische Kreuz genannt wurde, stiftete. In .Schle-sien waren schon im Jahre 1100 Canitze ansässig, wie Bucelin, Schick-fuss, Spener, Lucae und Sinapius versichern. Eine Linie begab sichauch aus Schlesien nach der Mark Brandenburg, übrigens sollen dieCanitze mit den alten Geschlechtern Derer von Greilfenstein und Vhe-sta, und wegen der Gleichheit des Wappens auch mit den ausgestor-benen pommerschen Grafen von Gutzkau, gleiche Abstammung haben.Zu den berühmtesten ihrer Vorfahren gehören:
IVittichow v. Canitz, Bischof zu Meissen 12G6 —1293.
IValf v. Canitz, einer der angesehensten Iläthe Herzog
Heinrichs zu Breslau 1294.
Heinrich v. Canitz, Comthur des deutschen Ordens zu
Christburg 1415.
l'clcr v. Canitz, ein durch seine Tapferkeit berühmterBitter in Polen. M. s. Cromenis de origine et rebus
gestis Polonor. P. II. I. 28. p. 374 1474.
Melchior Friedrich Freiherr v. Canitz, des grossen Kur-fürsten Ober-Marschall, wirklicher Geheimer—Staatsrathund Statthalter des Herzogthums Crossen und Ziillichau;
starb am 21. October 1685.
Friedrich Rudolph Ludwig Freiherr v. Canitz, geborenden 27. März 1654, wurde, nachdem er zu mehrerenGesandtschaften und namentlich zweimal an den kaiser-lichen Hof zu Wien verwendet worden war, und viele