308
Brenn.
los zur Cultur des Landes, besonders durch Urbarmachung von Brü-chen, Wäldern und Sümpfen beitrug und wirkte. Viele Colonien undHöfe sind nach ihm benannt worden. Er seihst besass Brenkenhoffs-thal und Papsteinthal, zwei von ihm angelegte Colonien im KreiseStolpe, auf Erbzins jedoch mit den Patronatrechten und der hohenund niedern Gerichtsbarkeit, wie sie andere adelige Besitzungen zuüben haben. Seine Gemahlin war Elisabeth v. Papstein, daher gab ereiner seiner neuesten Schöpfungen den Namen Papstein. Der hochver-diente und eben so uneigennützige als thiitige Benkenhoff, dessen Hän-den der Monarch Millionen anvertraute, um sie zur Cultur des Landeszu verwenden, starb, nichts weniger als reich, am 21. Mai 1780 zuCarzig in der Neumark. (M. s. Meissners Leben Fr. B. Schönbergv. Brenkenholf, Leipzig : 1752 und der pommersche und neuinärkischeLandwirth v. B. 2. Bd. Stück 2.) v. Brenkenholf hinterüess einenSohn, Leopold Schönberg v. B., und zwei Töchter, Francisco KarolinePhilippine Elisabeth und Leopoldine Fricderilrc Eleonora Gottliebe. Dieoben erwähnten Colonien verkauften im Jahre 1781 die Erben an denKittmeister v. Janitz auf Storchow. Das Wappen der Herren v Bren-kenholf zeigte im getheiltcn Schilde ein silbernes Feld mit drei auf-gerichteten rothen Balken und unten sechs in einem Triangel gestellteKosen. Auf dem gekrönten Helme standen zwei Büffelhörner, vondenen jedes mit sechs kleinen Blumen geschmückt ist. M. s. Briigge-mann 1. Bd. 11. Hauptst.
In die Geschichte des preussischen Adels und namentlich in Be-ziehung auf den pommerschen Adel gehört folgende merkwürdige Er-zählung : Nach einer Heise, die Brenkenholf im Auftrage seines Mo-narchen durch Hinterpommern machen musste, stattete er einen Be-richt über dieselbe an den König ab, und schilderte darin die eigent-liche Verfassung des dortigen Adels mit den lebhaftesten, aber trau-rigsten Farben. Er sprach von der Menge und von der Armuth des-selben mit dem wärmsten Eifer, führte unter vielen andern Beispielendas Dorf Czarn-Damerow an, zu welchem 35 bis 39 Hufen sandigenAckers ganz ohne AViesewachs gehörten, und auf dem doch 12 adeligeFamilien, aus 59 Seelen bestehend, wohnten; so dass der Kuhhirt undNachtwächter die einzigen Unadeligen im Dorfe, gleichwohl aber dieMänner von Fräuleins wären. — Dies war Veranlassung zu der Er-richtung des Kadettenhauses zu Stolpe, worin grösstentheils der-gleichen arme adelige Söhne erzogen, und nachher als Olliziere inder Armee vermögend werden, ihren Familien und ihren Besitzun-gen aufzuhelfen, wofür sie ihrem Landesherrn nicht genug dankenkönnen!
Brenn, Freiherr von.
Bei dem Regiment Fürst von Anhalt-Bernburg, zuletzt von Re-nouart in Halle, stand ein Major von Brenn. Ein Sohn desselben istder früher in königl. sächsischen Diensten gestandene und seit 1815im preussischen Staatsdienste stehende Freiherr v. Brenn. Derselbewar zuerst (1792) Rath bei der kurfürstl. Regierung in Zeiz, dannMitglied des Appellationsgerichts in Dresden , 1S08 vortragender Rathim königl. sächsischen Ministerium. Im Jahre 1813 fand er im glei-chen Range eine Anstellung bei der Kriegsverwaltungskammer, 1815aber eine Stelle als Chef der 4ten Abth. bei dem königl. preuss. Ge-neral-Gouvernement; als dieses aufgelöst wurde, ernannte ihn Se. Ma-jestät zum Director der Regierung zu Potsdam, 1825 zum Präsidentender Regierung in Merseburg und 1830 zum wirklichen geheimen Staats-