Boineliurg. (Boemelburg. Boemmelberg.) 273
fach getheilten doppelten Reichsadler bestellt, auf dessen Brust dasoben beschriebene AVappenschild ruht.
Boemelburg, die Freiherren von.
Der Urheber dieser Linie ist Christoph, Landdrost des HochstiftsCorvey, aus dem Boineburg-Hohensteinischen Stamme, der von seinemBruder, Hermann, Fiirst-Abt zu Corvey, 1468 mit den Gütern desausgestorbenen Geschlechts von Boll'esen, als Meigadessen, Anseborn,Bruchhausen u. a. 111., unweit Höxter belehnt wurde. Einer seinerNachkommen, Friedrich Wilhelm, Fiirstl. Corveyscher Landeshaupt-mann, reiste mit seinen sechs Söhnen, deren ältester 17, derjüngste 10 Jahr alt war, nach AVien, um sie der Kaiserin Maria The-resia als Eleven für das kaiserliche Heer vorzustellen. Die Kaiserin,dadurch gerührt, nahm fünf darin auf, und dem jüngsten ertheilte siedie Anwartschaft auf eine Prüfende bei dem Corveyischen Dome, aufwelche derselbe später resignirte und sich darauf verlieirathete. SeineSöhne stehen jetzt im königl. preuss. Militair- und Civildienste. DasAVappen, ein vierfach gold und blau getheiltes Schild, auf dem Helmezwei olfene BiiH'elliörner, gleichmüssig getlieilt.
Boemmelberg, die Freiherren von.
Conrad*), unter dem Kriegsnamen der kleine Hess, als einer derberühmtesten Feldobristen unter dem Heere Kaiser Karl A\ bekannt,war der Stifter dieser aus dein jungen Stamme der ßoineburge ent-sprossenen , jetzt aber in männlicher Descendenz erloschenen Linie.Die reichs - freiherrliche AViirde wurde in seiner Person mit mehrernPrärogativen vom Kaiser Karl V. d. d. Brüssel den 30. October 1654erneuert, welches später vom Kaiser Maximilian II. d. d. Prag denletzten April 1571 und vom Kaiser Leopold d. d. AVien den 2. Mai1602 und 15. Januar 1715 wiederholt wurde. Ausser den Besitzungenin Hessen, als Antheil an dem Reichsschlosse Boineburg mit seinenZubehörüngen, erwarb er die Reichsherrschaft Hohenburg in Schwaben( 1568) nebst den Marktflecken Bissingen, Oberkirchberg und Erolz-lieinii Durch Isabella, Grälin von Limburg Styrum , Erbtochter undSternkreuz-Ordehs-Dame, welche 1713 sich mit dem Reichs-Freiherrnhjnaz v. Bömmelberg-Hohenburg verlieirathete, erhielt dieser dieReichsherrschaft Gehnien nebst der Reichsherrlichkeit Häsfeld im AVest-phälischen, welche bei dem westphälischen Grafencollegium Sitz undStimme hatte. Diese Besitzungen enthielten 1 Q. Meile mit 2800 Ein-wohnern in 1 Marktflecken und 4 Bauerschaften, und kamen 1815 unterdie Oberhoheit von Preusseh, wo der letzte Besitzer, der FreiherrAloisius, königl. bairischer und würtembergischer Oberster ä la suiteund Kämmerer, unter die mediatisirten Standesherren aufgenommenwurde. Da derselbe mit seiner Gemahlin Sidonie AA'alpurg., Freiinv. Fechenbach, Schwester des letzt verstorbenen Fürstbischofs vonAViirzburg, Herzogs in Franken, auch Fürstbischofs zu Bamberg, Georg
4) Seine Lebensbeschreibung befindet sicli 1) in der Oesterreich. Militairiscli.Zeitschrift; und 2) in Ilormayrs Taschenbuch für die vaterländische GeschichteXXV. Jahrgang. Vll. der neuen Folge. Leipzig, bei Reimer, 1836.v. Zedlitz Adels-Lex. I. 18