Baczko.
161
Der jüngste, Adolph, war ursprünglich zum Rechtsgelehrten be-stimmt, nahm jedoch bald Militairdienste, und diente seit dem Jahre1737 gegen die Türken, wurde darauf Adjutant des Grafen l'alfy undmachte zwei Feldziige in Baiern mit.
Späterhin nahm er seine Entlassung aus kaiserlichen Diensten undging auf Reisen, bei welcher Gelegenheit er auch nach Berlin kam.liier liel er, auf der langen Brücke stehend, dem Könige Friedrich II.,der an ihm vorbeiritt, auf, wurde aufs Scliloss berufen nnd für denpreussischen Kriegsdienst gewonnen.
Er kam nach einiger Zeit zu den schwarzen Husaren nach Preus-sen, welche damals Oberstlieutenant Arner, später Rusch und zuletztLossow commandirte. Er avancirte in diesem llegimente zum Major.Obgleich er sicli sowohl im Frieden, als im Kriege vorteilhaft aus-zeichnete, namentlich während des siebenjährigen Krieges, wo er zuletztbei der Armee des Herzogs Ferdinand von Braunschweig stand, undobgleich er die ihm vielfältig gemachten Anerbietungen, in englischeund holländische Dienste zu treten, standhaft ausschlug, so ist es ihmdoch nie gelungen, sich die Gnade des Königs zu erwerben. DiesemUmstände und der eingetretenen Spannung zwischen ihm und seinemKegiments-Cominandeur, dem Obersten von Lossow, ist es wahrschein-lich beizumessen, dass der Major von Baczko, nach beendigtem Kriegezur Disposition gestellt wurde, und, trotz der festesten Versicherungen,seine Wiederanstellung nie erlangen konnte. Späterhin erfuhr er durchGeneral vonBiilow, dass dieser den Auftrag habe, ihn nicht anzustellen,sondern hinzuhalten; der Grund war, wie sich dies nachher ermittelte,darin zu suchen, dass man ihn für einen sehr reichen Mann Iiielt, undbesorgte, er würde, wenn er den Abschied erhielt, nach seinem Vater-lande zurückgehen und sein Geld somit aus dem Lande ziehen. Ererhielt hierauf den erbetenen Abschied, kaufte das Gut Borken beiSensburg, späterhin, nach Verkauf desselben, Stablack bei Chippenbeil,und starb, nachdem er auch dieses verkauft hatte, in einem hohen Alterzu Königsberg in Preussen.
Er hinterliess drei Söhne, Joseph, Ludwig und Friedrich. Der äl-teste stand zuerst beim Dragoner-Regiment Anspach Baireuth (jetzt2tes Kürassier-Regiment), wurde darauf Inspect. Adjutant des Generalsvon Biilow, kam nach dessen Tode in das Ober Kiiegs-Collegium, er-hielt demnächst eine Schwadron vom Regiment Werlher Dragoner,wurde dann Commandern' des Dragoner-Regiments von Schenk (jetzterstes Dragoner-Regiment), als dessen Chef er sich in dem Feldzugevon 1807, namentlich in den Schlachten bei preuss. Eylau und Heils-berg, rühmlichst auszeichnete und mit dem Orden pour le merite, sowie mit dem Kaiserl. Russ. St. Annen-Orden Ister Klasse belohntwurde. Auch ihn traf das Loos seines Vaters, indem er nämlich nachdem Friedensschlüsse bei der Reorganisation der Armee mit Inactivitäts-Gehalt entlassen und demnächst, wenn gleich sechszig und einige Jahrealt, doch noch in völliger Körperkraft, pensionirt wurde. Er lebtgegenwärtig noch in Ostprenssen in sehr hohem Alter.
Der zweite Sohn, Ludwig, der eigentlich auch für den Soldatenstandbestimmt war, auch eine grosse Neigung für denselben hatte, musstesich indess eines körperlichen Gebrechens wegen dem Gelehrtenstandewidmen. Er hatte das Unglück, als Student auf der Universität Königsbergvöllig zu erblinden. Dessen ungeachtet aber hat er als Gelehrter Aus-serordentliches geleistet, wofür seine zahlreichen hinterlassenen Werke,namentlich seine preussische Geschichte, sprechen. Er war ausserdem,durch mannigfache Schläge des Schicksals geprüft, ein vortrefflicherMensch, der in Königsberg, wo er als Professor bei der dortigenKriegsschule angestellt war, sich der allgemeinen Achtung und LiebeV. Zedlitz Adels-Lex. I. 11