Druckschrift 
1 (1842) A - D
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen
 

96

Algarotti Ahncsloc.

Algarotti, die Grafen von.

Zu der Zeit, als der nachmalige König Friedrich der Grosse alsKronprinz zu Rheinsberg residirte, erschien an seinem Hofe FranzAlgarotti, geboren am Ii. December 1712 zu Venedig, der Sohneines Kaufmannes. Schon in dem Rufe eines grossen Gelehrten undKünstlers, zugleich bekannt als Philosoph, Mathematiker , Physiker,Anatom und Astronom, wie als Schriftsteller, Maler und Architekt, wares sein einnehmendes Wesen wie sein Talent und sein reicher le-bendiger Geist, der die Aufmerksamkeit Friedrichs auf sich zog undfesselte. Bald nach dem Antritte seiner Regierung zog er den geist-reichen Fremdling an seinen Hof, und am 20. December 1740 erhober ihn und dessen Bruder Jionhomme Algarotti in den Grafenstand.Zugleich ertheilte er dem Erstem die Kammerherrnwiirde und denOrden de la generosite. Dieser hielt sich nun mehrere Jahre lang inPotsdam auf, aber gewöhnt an ein wärmeres Klima, kehrte er imJahre 1757 nach Italien zurück und starb zu Pisa im Jahre 1704.Friedrich II. errichtete diesem geistreichen Manne mit dem er 25 Jahreim Briefwechsel gestanden hatte, auf Campo santo bei Pisa ein schönesDenkmal. Ueber seine Abreise nach Italien schrieb der grosse Monarcham 29. Juli 1754 an d'Argens: Algarotti a pris la clef des champs, ils'etablit ä Venise. Voilä un grand derangeinent dans la societe, etvous autres me faites faire maison neuve malgre moi. Der GrafAlgarotti gehörte zu den Geistern, die, ohne schöpferische Kraft desGenie's zu besitzen, dennoch die Gelehrsamkeit mit Geist beleben,ihren Ernst erheitern und das in der Schule Erlernte mit Glück undGeschmack in das freie Gebiet des allgemeinen Wissens hinüber führen.Seine sämmtlichen Werke erschienen zuerst in Livorno im Jahre 1765in 4 Bänden, sodann in Berlin im Jahre 1772, noch später zu Cre-mona 1778-1784, in 10 Bänden mit Nachrichten aus seinem Leben;endlich zu Venedig im Jahre 17911794 in 17 Bänden. Die letztenGrafen Algarotti starben um das Jahr 1770 aus. Das grälliche Alga-1rottische Wappenschild ist rund, und von oben nach unten in gleiche!Felder getheilt. In dem rechten weissen Felde stand der preussische"Adler, in dem linken, welches oben ganz golden unten aber goldenund mit rothschrallirten Balken versehen ist, erblickte man auf einemFelsen, ein Kreuz, an dem zwei Schwanenlliigel hingen; auf derKrone lagen zwei Helme, die ebenfalls wieder mit Kronen bedecktwaren. Die rechte trug zwei Flügel, die linke zwei Füllhörner. DieSchildhalter waren zwei Schwäne, und ein Band, zu ihren Füssen ge-schlungen , führte die Devise : invidia major."

AI kühn, die Herren von.

Ein ebenfalls schon längst erloschenes, pommersches Geschlecht,von dem w ir in derSammlung des verstorbenen Kammerherrn v. d. Osten,die Genealogie des poinmerschen Adels betretfend, Nachrichten gefun-den haben, auch erwähnt dieses Geschlecht Schwarz in seiner Lehns-liistorie S. 262.

Almesloc, auch früher Aemesloe, die Grafen von.

' Ein ausgestorbenes uraltes gräfliches Geschlecht dieses Namens,stammt aus Friesland, wo ein District in frühern Zeiten so benannt