wird wohl kein Farbenwechsel anzunehmen sein, sondern auch hier die reichlich zu beobachtende Tatsache, dass sich der MalerWillkürlichkeiten in den Farbenwiedergaben gestattet hat, ähnliche bei von Ottikon, Störi u. a. Das Wappen der ritterlichen Brunwurde vom 16. Jhdt. an von gleichlautenden Geschlechtern in Zürich und Chur weitergeführt, C Siegel: Grosses Schildrund-siegel des Bürgermeisters Rudolf vor der Erwerbung des Rittertitels 1342/49 (abgebildet Beil. zur Gesch. der Familie Ammann5 Taf. IV), geistliches Siegel seines Sohnes Bruno 1347 als Kirchherr zu St. Peter mit Schild im Fusse des Siegels, Propstsiegel Brunosebenfalls spitzoval mit Schild und Karl dem Grossen 1356/71 (abgebildet Beil. z. Gesch. der Familie Ammann no. VII), kleinesweltliches Siegel desselben ebenfalls als Propst am Grossmünster 1362/70 mit Schild im Dreipass, und dessen Bruders des Chor-herrn Herdegen 137° 8., geistliche Siegel des Propsteicustos Rudolf 1342 VI. 26. mit dem Propsteiwappen im Schildchen und1359 VIII. 14- mit dem Stern, weitere Schildrundsiegel von Bürgermeister Rudolfs Neffen der Brüder Eberhart 13 5 8 V. 20 (1. Siegel)10 und Rudolf (Rutschman) 1358/62 sowie „junger" Rüdgers 1354/67 (Hugos des Stifters der jüngern Linie Sohn) und dessen SohnesRudolf (1. Siegel) 1392 III. 26.; Helmsiegel mit sechsstrahligem Stern, dessen Strahlen mit fünf Ballen besteckt sind: Jacobs (Brudersdes Bürgermeisters) 1342 VIII. 6., sowie seines Sohnes Ritter Eberharts (2. Siegel) 1360/70 und des Ritters Ulrich (Sohnes desBürgermeisters) 1356 IX. 30., volles Wappen im zweiten Siegel des Bürgermeisters Ritter Rudolf 1358/59 (s. Siegeltaf. VIII 29,auch abgebildet bei Müller Merckw. Überbleibsel IX Taf. XXI, Wöber II A 422), im Vierpasse des Siegels Rudolfs (auf Regens-15 berg) 1398-1434 und im Siegel seines Sohnes Jacob 1459/69. Das Schildrundsiegel des Abteichorherrn Ulrich (1408/37), der eineSchwester Elli hatte, zeigt 1419 VI. 12. einen aus dem Schildrande ins rechte Obereck steigenden Fischkopf, der offenbar mit dem Namendes Hauses dieses Chorherrn zum Fisch in der obersten Gasse auf Dorf zusammenhängt (Siegeltaf. VIII 39); wenn dieser Chorherrzu den Neubürgern Brun von 1343 aus Rapperswil gehörte, so könnte es sich um deren Wappen handeln. - s. Siegel im Staats- undStadtarchive Zürich, StadtA Zug und Bremgarten, GAMännedorf und PfAStammheim. «[ Quellen: UBZürich, Rapperswil,20 St. Gallen, Baden, G. v. Wyss Abteiurkunden, Thommen, MGNecr. I, Reg.epp.Constant., Reg. Karls IV., Rieder Rom. Quellen,Zürcher Stadt- u. Steuerbücher, Archiv f. Schweizer. Gesch. und Landeskunde 12 8 5 f, Schweizer. Museum I 3 7 f, Archiv f. Schweizer.Gesch. I 108 f, Huber Gesch. des Stifts Zurzach 248, QSchwG XVIII, Njbl der Stadtbibl. Zürich 1850 S. 31 u. Stammtafel, 1901S. 16 f u. 24; Voegelin Das alte Zürich I (Register!) u. II 227 f, 269 f; Ritter Politik Zürichs in der zweiten Hälfte des XIV. Jhdts.,ZürchTb 1898 S. 108 f, Wöber I Sp. 173 f (mit irriger Stammtafel Sp. 189/90), Gagliardi Dok. z. Gesch. Hans Waldmanns, Festgabe25 Paul Schweizer 39 f u. 59, MAGZ XXIX 39, Farner Gesch. der Kirchgem. Stammheim, Dändliker Gesch. der Stadt u. des KantonsZürich I u. II, Dierauer Gesch. der Schweiz. Eidgenossenschaft I 3 220 f.
SCHWEND auffällig spät, erst um 1250 erscheinendes, seit 1276 durch Berchtold im Rate vertretenes Geschlecht der Stadt Zürich,nach dem die Schwendengasse hiess. Berchtold ist noch 1289 als Bürger von Zürich servus nostri (d.i. der Abtei) monasterii fidelisund seine Gattin Lüggardis gehörte mit den Söhnen iure servitutis der Abtei Reichenau zu, die diese Hörigen an die Abtei Zürich30 abtauschte (Diener glaubt im Njbl der Stadtbibl. Zürich 1901 S. 3 zwei Berchtolde unterscheiden zu müssen!). Elisabeth (Schafli?),die Gattin von Berchtolds Enkel Ulrich Schwend, kaufte 1354 das von der Stadt nach der Zürcher Mordnacht eingezogene Haus(zum Loch) des gefallenen Ritters Wisso. Die Ritterwürde erhielt als erster des Geschlechts 1386 VIII. 16. der Sohn Ulrichs,Bürgermeister Rudolf Schwend im Steinhaus. Dessen Sohn Johans der alte bekam durch Heirat von den von Schlatt die Moosburgsamt zugehörigen Gerichten und nach ihm wurde der bisherige Manessenturm Schwendenturm genannt, der Sohn und ein Enkel35 wurden Bürgermeister. Aus der jüngeren Linie sass Johans der Jüngste oder der Lange 1438 auf Dübelstein, besass 1451/58 auchAlt-Regensberg sowie seit 1461 als städtisches Lehen den Hardturm und wohnte 1450/69 im Deutschen Hause, dessen grosse Stubeer mit Wappen verzierte. Mit seinem Sohne Heinrich erlosch 1528 VII. 6. der legitime Mannesstamm der Schwend. - E. Dienervermutet im Njbl. der Stadtbibliothek Zürich 1901 (Die Zürcher Familie Schwend ca. 1250-1536) 8 f, HzLoch 177 stelle denSchild der Hausherrin, der Elisabeth Schwend, dar, Tochter des genannten Ratsherrn Berchtold und Gattin des am Morgarten ge-40 fallenen Ritters Wisso, dem mit seinem Oheime dem Propsteichorherrn Johans Wisso das Haus zum Loch gehörte. Ihr ältesterBruder Konrad Schwend führte nämlich 1320/28 ein anscheinendes Ringsiegelchen mit sechsstrahligem Stern. Wenn auch wahr-scheinlich hinter den Schilden des HzLoch bestimmte Persönlichkeiten gesucht werden dürfen, ist es doch sehr fraglich, ob unterletzteren auch eine Dame angenommen werden dürfe, selbst nicht die Herrin des Hauses. Als Mutter C. Schwends ist Mecht. dictade Seglingen bestimmt überliefert, deren Geschlecht aber nicht näher bekannt ist und deshalb auch nicht entschieden werden kann,45 ob das Wappen mit dem Sterne von ihr stammt. Konrads Brüder Berchtold und Jakob, die als Ratsherren eher in Betracht kämen,führten in ihren Siegeln in geteiltem Schilde die beiden Rosen, deren Stiele verschlungen sind (ZürchSA VII no. 85 bzw. X no. 96und VII no. 84 bzw. IX 104 und X 97); vom dritten Bruder dem Propsteichorherrn Rüdiger ist kein Siegel bekannt. - Einen weissenStern auf von rot und blau gespaltenem Schilde führte das Ratsgeschlecht Hoppler von Winterthur (EdlibachWb, Tschudi 368,Stumpf II 112 [390, 449]), einen gelochten weissen Stern in schwarz nach Edlibach Wb, Tschudi (Ms. Hegi) 101, Stumpf II 14050 (417,475) ausser dem durch Siegel belegten Wappen mit den zwei gestielten Rosen im (gespaltenen) Schilde die Rapperswiler Dienst-mannen von Rambach. Verwandschaftliche Beziehungen dieser beiden Geschlechter finden sich weder zu den Brun noch zu denSchwend (bei letzteren Ähnlichkeit der Wappen mit den Rosen, s. oben no. 98). [j
X 78 WISSO auch Wisse und Wiss, lateinisch Albus, 1250 nach Art des italienischen Stadtpatriziates de Albis, eines der ältesten zürche-j ~j q rischen ritterlichen Ratsgeschlechter vor 1336, das aber immer nur wenige gleichzeitig lebende Glieder hatte, schon 1177 im Dienste' ) des Herzogs von Zähringen oder der Abtei, Besitzer des an der früheren Kirchgasse beim Grossmünster (iuxta atrium ecclesie)
HzLoch 177—179, Tafel XXXII
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