iyzj. MARSCHALK Bürger zu Rapperswil, Dienstmannen der Grafen von Rapperswil und der Grafen von Habsburg-Laufenburg,dann Ratsgeschlecht der Stadt Zürich und Lehenmannen der freien Herren von Altenklingen. Der 1272—1286 erscheinende Mar-schalk von Rapperswil wird identisch sein mit dem seit 1276 genannten und 1277 anscheinend als Bürger zu Rapperswil bezeich-neten Herrn Heinrich Marschalk (von Rapperswil), der mindestens bis 1294 lebte (Jahrtag Wurmsbach 16. XII.). Des (seligen)5 Marschalchen von Rapperswil Kinder im Revocationsrodel der habsburg-österreichischen Ämter Grüningen und Winterthur. Derim Jahrzeitbuche Rapperswil 22. VIII. und 31. XII. vorkommende Alberthus Marchschalk (Eintrag nach Mitt. von Dr. Schnellmannaus Anfang XIV. Jhdts.) und im JZBWurmsbach 23. VIII. genannte Albrecht Marckschalk wird identisch sein mit dem gleichnami-gen Minnesänger aus der 1. Hälfte des 14. Jhdts. des Manessecodex (s.Wappen), der schon mit dem gleichnamigen Angehörigen derMarschalk von Basel (1265— J 1325) verwechselt worden ist; gar an einen Ableger von den Basler Marschalken beim Rapperswiler10 Geschlecht durch die Grafen von Homberg zu denken — erst unter den Grafen von Habsburg-Laufenburg kommen Berührungender Basler M. mit Rapperswil vor - geht auch wegen der Verschiedenheit der Wappen nicht an. Unter den Lehen von der HerrschaftHabsburg und Homberg besass um 1318 Heinrich M. u. a. das Kammerlehen ze Bürge (GBubikon), wohl derselbe, der noch 1322VI. 2 3. unter Rapperswiler Bürgern erscheint und identisch sein wird mit H. Marschal, Bürger zu Zürich seit 13 43 , Natalrat 13 47/49(Jahrtag Propstei 3. XII.), seine Witwe 1357 im Chorherren-Haus auf Dorf. Jakob der Markschalch von Raprehtzwile unter den15 Zeugen einer Urkunde des Grafen Johans von Habsburg-Rapperswil 1323 auf der Burg Rapperswil nach dem alten Markschalchvon Basel. Durch seine wohl lange vor 1329 VII. 17. erfolgte Verehelichung mit Willebirg oder Willi von Esche wurde er derSchwiegersohn des Ritters und zürcherischen Ratsherrn Johans von Esche und dessen Gattin Adelheid; er trat damit in nahe Ver-wandtschaft zu den Brun von Zürich, denn Adelheid war die Schwägerin des 13 19 seligen Jakob Brun und Schwiegermutter vonJakob Brun, dem Bruder des späteren Bürgermeisters Rudolf Brun; sein Schwiegervater Ritter Johans von Esche, Vogteiinhaber20 zu Volketswil, tritt bereits 1295 II. 11. zu Neu-Rapperswil als Zeuge für die Gräfin von Rapperswil unter Ministerialen auf; derobige Jacob M. ist Mitglied des Brunschen Rats mindestens 1338-1346 im Natalrat, 1348-1353 im Baptistalrat, lebt noch 1357/ tot1361 VII. 26.; seine Gattin Elsbeth von Esche heisst 1348 Muhme von Margaretha Brun, der Gattin des Gaudenz von Hofstetten,ihrer Schwestertochter, und ist wohl identisch mit Frau Marschalkin auf Dorf 1362-1375 ; die Erben Jacob M.'s sind 1375 beerbtvon den von Sal und von Sulz, denn Margaretha M. war nach dem JZB Winterthur (9. 1.) mit Johannes v. Sala verehelicht und25 Mutter des Joh. v. Sal des ältern. Jacobs Sohn Johans, Edelknecht, mit seinem Vater 1355 siegelnd, tot 1369 IV. 23. (Jahrtag 10. VII.),hatte 1370 ein Kind oder Kinder und war seit mindestens 1357 mit Anna Bilgeri (Enkelin der gleichnamigen Klosterfrau im Oeten-bach, der Witwe Claus Bilgeris) verehelicht, die noch 1373 lebte. Dessen Lehen zu Oberdürnten übertrug der Freiherr Walther vonder Altenklingen 1364 auch auf Johans Tochter Frau Anna, als ob diese ein Mann wäre, zu gemeinsamem Genuss; die TöchterAnna und Fidanna traten 1370 ins Kloster Oetenbach ein. Johans Walperspergs Haus heisst im JZBRapperswil „quondam dicti30 Marchschalk". Des Marschalks Gut zu Wagen ist 1429 Lehen von Johans von Bonstetten zu Uster; bonum Marscalci de Raperswile16. X. im JZBBusskirch (Mitt. von Dr. M. Schnellmann). Anderweitige Marschalk in den Zürcher Steuerbüchern I sind nichtsicher zu diesem Geschlechte zu zählen; eine Marschalkin noch 1401 auf Dorf. I) Wappen: gespalten von weiss-rot geschacht undblau (in Kopie Hegi grün), s. Taf. XXVIII. Im EdlibachWb gespalten von blau und von weiss-rot geschacht, Kl. Spitzhut belegt mitdem Schildbild und besteckt mit gelbem Busch, Hd. blau; der zugehörige Text steht zumTeil auf Rasur: „vonRaperswil, edellüth,35 burger Zürich", darunter ,,von Begenhofen" und ,,de Begenhoffen" (!); bei Leu 119 f. 45 v derselbe Schild wie bei Edlibach,aber unter der Bezeichnung „Holhen", Kl. blaues und rot-weiss achtfach geteiltes Büffelhorn, Hd. weiss-rot. Ein früherer Gut-täterschild in der Kirche Rüti war gespalten von weiss und von rot-weiss geschacht und ist in MAGZ XXXIV 221 (41) und Z-WZürchB 319 (27) irrig den Marschalk zugewiesen; er gehört den von Hadlikon oder Hadlingern (G u. BHinwil KZürich), dienach Edlibach, Tschudi und Stumpf als Kl. zwei Hifthörner mit den Schildfarben führten, Hd. rot-weiss; doch könnte Stammes-40 Verwandtschaft zwischen den Geschlechtern, die beide zu Rapperswil verbürgert waren, vorliegen, wie auch mit den Meyer vonDürnten bzw. Herren von Batzenberg. Bei Tschudi und Stumpf fehlt das Marschalkwappen. Da sich ein Albrecht Marschall vonRapperswil nachweisen lässt, erübrigt sich das Suchen nach dem Vertreter eines andern Geschlechts, wie dies in HerArch XLII11 f und schon früher in anderer Richtung versucht wurde. Richtig wird allerdings die heute allgemeine Annahme sein, mit derweissen grüngestielten Rose mit grünen Kelchblättern in schwarz habe man das Dienstverhältnis des Minnesängers Albrecht Mar-45 schall von Rapperswil zu den Grafen von Rapperswil und mit dem roten Löwen auf goldenem Sattelbogen dasjenige zu denGrafen vonHabsburg(-Laufenburg) andeuten wollen (Zangemeister Taf. XXXII, OechelhaeuserIl2i4); dieser Schild mit einer Rosebezeichnet „de Sewen (= Seon?), de Gwelb" auf einem, sechs ältere Schilde tragenden Perg.-Streifen in Edlibachs Wb. < Siegel:Schildrundsiegel des Johans M., Bürgers zu Zürich, 1358-1365 s. Siegeltaf. VIII no. 36 (StA Zürich, Urk. Propstei 323, Abtei 173,Hinterlegte Briefe [C. IV. 6. 6.], Rüti 184; ein Original im Landesmuseum); die Siegel Jakobs und seines Sohnes Johans fehlen5° 1355 XI. 30. (Propstei 319). «I Quellen: UBZürich, Zürcher Stadt- und Steuerbücher, UBRapperswil und St. Gallen, HabsbUrb.;Herrgott Genealogia Habsb. III 510, 523; Gfd I 379, XIV 195; MGNecr. I; Jahrzeitbuch Rapperswil; Wöber; Bartsch Dieschweizer. Minnesänger CCVI ff; Schnellmann Entstehung und Anfänge der Stadt Rapperswil 94, 107; Hist.-biogr. Lex. derSchweiz; Urkk. im StAZürich u. Stadt Rapperswil. [*>
175 BEGGENHOFEN ritterliches Ratsgeschlecht der Stadt Zürich, das auch unter den Namensformen Bechin-Bekkin-Bechen-55 Beken—Beggen-hofen erscheint, noch vor 1253, aber dennoch verhältnismässig spät. Beziehungen des Geschlechtes zum Gute
HzLoch 174—175, Tafel XXXII
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