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Die Wappenrolle von Zürich : ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch
Entstehung
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lungsfreudigere Natur gewesen zu sein als sein noch in verhältnismässig jungen Jahren in der Schlacht arnMorgarten auf österreichischer Seite gefallener Neffe. Als Sohn des Ritters Conrad Wisso des jüngern erstmals1258 genannt, ist Conrad schon 1272 Chorherr der Propstei in Zürich und seither Inhaber verschiedensterPfarreien (s. Text zu no. 178/179), in derart grosser Zahl, dass ihn, den Propsteichorherrn und Kirchherrnzu Schneisingen, Papst Clemens V. 1307 VIII. 30. wegen bisher unerlaubter Pfründenhäufung hat dispensierenmüssen. Sehr bemerkenswert, ja auffallend ist die Tatsache, dass sich dabei König Rudolf von Böhmen unddessen Bruder Herzog Friedrich von Österreich, die beiden ältesten Söhne König Albrechts, für den Chor-herrn beim Papste mit vollem Erfolge verwendet haben 1 ). Welche Beweggründe die beiden Habsburger zudieser Intervention veranlasst haben, kann nicht festgestellt werden; es geht aus der fürstlichen Hilfe aber mitSicherheit hervor, dass dieser Pfründenjäger irgendwie um die beiden Fürsten sich verdient gemacht habenmuss und ihnen offenbar näher bekannt gewesen ist. Dass diese Bekanntschaft über den Aufenthalt KönigAlbrechts und seines Sohnes Friedrich in Zürich zu Beginn des Jahres 1306 zurückgeht, ist doch wahrschein-lich. Noch 1307 soll Conrad als Erwählter des Bischofs Gerhard von Konstanz Nachfolger des am 17.1.1307verstorbenen Grafen Heinrich von Montfort Stiftspropst zu Zurzach geworden sein 2 ); als solchen finden wirihn urkundlich erst 1309 XI. 1., und zwar als Zeugen bei den Herzögen Friedrich und Lüpolt von Österreichzu Colmar 3 ). Conrads Neffe Wizli oder Wisso, 1295 Sohn des seligen Wizzo, ist erst 1310 Ritter, als Gatteder Elisabetha Schwend aber bereits Vater zweier Kinder. Die österreichische Politik Zürichs und offenbareigene Verbindlichkeiten haben 13x5 Ritter Wisso zur Teilnahme an der Hilfe Zürichs für Herzog Lüpoltgegen die Waldstätte bewogen und in den Tod am Morgarten getrieben. Seine Söhne pflegten die überlieferteTreue zu Österreich weiter, die zur Verbindung mit den Grafen von Habsburg-Laufenburg und zur Tötungdes Ritters Wisso in der Zürcher Mordnacht von 1350 geführt hat.

Uber die Eigentumsrechte des Propsteichorherrn Conrad und seines Neffen Wisso am Stammhause imLoch geben weder deren Jahrzeitstiftungen noch Urkunden Aufschluss. Es mag ein ähnlich unverteilter ge-meinsamer Besitz vorgelegen haben, wie dies später bei Wisso's Söhnen dem Propsteichorherrn Johans unddem 1350 gefallenen Ritter Wisso tatsächlich der Fall gewesen ist. Sei dem wie ihm wolle, selbst wenn der amMorgarten erschlagene Ritter Wisso Alleinbesitzer dieses Hauses gewesen wäre, dürfte eine rege Teilnahmeseines Oheims in der Propstei an der Erstellung der Wappenfolge im alten nahen Stammhause so gut wiegewiss sein. Das Anbringen des Schildes von Eichstätt an dritterster Stelle und der folgenden Schilde, desBistums Konstanz (dessen Leiter noch bis 1306 der frühere Stiftspropst von Zürich, der literarisch gebildeteHeinrich von Klingenberg gewesen ist) und der Erzdiözesen Mainz und Salzburg, lässt eine Eingebung vonkirchlicher Seite annehmen. Dazu war der Leiter des Bistums Eichstätt und königliche Kanzler MagisterJohann von Zürich eine in Zürich und speziell im Stifte zum Grossenmünster sehr bekannte Persönlichkeit,die dem etwas älteren Propsteichorherrn Conradus Albus gewiss nahegestanden hatte: ist doch der Kanzlervon 1301-1305 Propst dieses zürcherischen Stiftes gewesen und wohl seinerzeit als pauper Scolaris de con-finio Thuregi (aus dem zürcherischen Esslingen?) ebenfalls an der Stiftsschule daselbst gebildet worden, wohlnoch zu Lebzeiten des 1281 verstorbenen Magisters und Cantors Konrad von Mure, der aber bereits 1271sein Schulherrenamt niedergelegt hatte. Schon in der Einleitung zur ZWR ist die Auffassung vorgebrachtworden, der Maler der Schilde im HzLoch habe sich seine Vorwürfe zum Teil wenigstens aus dem Chor-herrenstift am Grossenmünster geholt, von da, wo die Kunde von Konrad von Mure's heraldischem Lehr-gedichte, dem Clipearius Teutonicorum, noch lebendig gewesen sein wird und wo der 1296/97 als Custosamtende Johannes Manesse als Freund des Minnesanges seinem Vater, dem Ritter Rüdiger Manesse, im nahenManessehof an der Münstergasse die Liederbücher hat sammeln helfen. Besonders fällt das Vorkommenexotischer Wappen mit starker Ubereinstimmung der Schilde im Bild, weniger in den Farben, auf.

Mit der durch die Geschichte erweislichen zeitlichen Festlegung der Wappenfolge stimmen die Schild-formen und die Stilisierung der Schildfiguren durchaus überein. Der in no. 33 erscheinende Kübelhelm, dieRüstung im Schilde der Manesse (no. 176) und die einfache, deutliche und kräftige, gleichzeitigen zürche-

1 ) K.Rieder Römische Quellen zur Konstanzer Bistumsgeschichte no. 550S. 130: „... Nos igitur attendentes tui nobilitatemgeneris et multiplicia merita bonitatis, que tibi suffragari dicuntur, et volentes personam tuam propter hoc et consideratione caris-simi in Christo filii nostri Rfudolphi] regis Boemie illustris, et dilecti filii nobilis viri F[riderici] ducis Austrie pro te nobis superhoc cum instantia supplicantium favore prosequi gratioso..."

2 ) So Joh. Huber Gesch. des Stifts Zurzach 16 und von Mülinen Helvetia Sacra I 67, ohne Quellenangabe.

3 ) UBZürich VIII no. 3000.

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Einleitung HzLoch