und einen neuen Eingang von Osten her, 1898 schenkte Hr. J. Bremi drei zur Anlage einer Treppe heraus-gesägte Balkenstücke (LM 3669) samt drei bemalten Brettern dem Landesmuseum 1 ), und 1910 wurden diewertvollen acht Wappenbalken und der Rest der Bretter ebenfalls ins Landesmuseum verbracht gegen einenKaufpreis von Fr. 7000.-, woran ein zürcherischer Gönner des Landesmuseums Fr. jooo.- bezahlte 2 ).
2. Entstehung der Wappenfolge
Im Gegensatze zu ähnlichen Wappendarstellungen, zumal der ZWR, hat sich dank den ÜberlegungenZeller-Werdmüllers die Entstehung dieser Wappenfolge zeitlich und ursächlich so gut wie sicher bestimmenlassen. Zeller ging bei seinen Untersuchungen für die Erstausgabe von der trefflichen Beobachtung aus, dassunmittelbar auf den Reichs- und den Habsburgerschild derjenige des nicht sehr bedeutenden FürstbistumsEichstätt folgt (no. 3). Die Leitung dieses Hochstiftes hatte seit dem Sommer 1305 der kurz vor oder nachNeujahr 1306 zum Bischof geweihte Johann von Zürich inne, einer der vertrautesten und treuesten Dienerdes Königs Albrecht; in den Armen dieses Bischofs hat Albrecht sein Leben am 1. Mai 1308 bei Windischausgehaucht. Bereits am 18. II. 1306 verkündet Papst Clemens V. Johanns' Ernennung zum Bischof vonStrassburg; also muss die Erstellung der Wappen im HzLoch in die zweite Hälfte des Jahres 1305 oder ganzin den Anfang des Jahres 1306 fallen. Zeller hat in Fortsetzung seiner Gedankengänge folgerichtig auf einenBesuch König Albrechts in der Reichsstadt Zürich geschlossen, auf den hin die Wappenschilde seines Ge-folges und der Verwandtschaft seines Gastgebers als modischer Schmuck des Empfangsraumes angebrachtworden seien. Albrecht hat zwischen 1299 (?) und 1307 mehrmals in den Mauern der ihm ursprünglich feind-selig gesinnten Reichsstadt Zürich geweilt 3 ). Von diesen Aufenthalten kommt für die Schaffung der Wappen-folge im HzLoch bloss der zweitletzte königliche Besuch, im Jänner des Jahres 1306, in Betracht. Albrechtbefand sich noch am 6. XII. 1305 in Speyer, am 17. XII. in Basel. Und am 28.1. 1306, am Karlstage, der inZürichs Propstei besonders gefeiert wurde, bestätigt er bei Zürich die Schenkung der Kirche zu Asch (beiEger) seitens seiner Getreuen, der freien Herren H. senior und dessen Söhnen H. und H. iuniores, welchedie Kirche vom Reich als Pfand innehatten, an die Brüder des Deutschordens[-hauses zu Plauen] 4 ). Am17. III. 1306 urkundet der König in Ulm. E. Winkelmann, der in den acta imperii inedita II 206 no. 304 diein Zürich gegebene Urkunde [Reg. imp. 2 no. 525J nach dem Originale (?) zu Dresden edierte, hat Bedenkengegen die Echtheit dieser Urkunde gehegt: Inkarnations jähr (1307!) und Regierungsjahr (VIII) stimmen nichtüberein (letzteres weist auf 1306); auch die Formulierung ist auffällig. Winkelmann kannte indessen denseither durch Hessel Elsässische Urkunden V 57 nachgewiesenen Aufenthalt König Albrechts in Basel vom17. XII. 1305 noch nicht. Zudem befand sich damals oder wenig später auch Albrechts Zweitältester SohnHerzog Friedrich von Österreich (der Schöne) in Zürich laut seiner zu Zürich am 24. II. 1306 gegebenenUrkunde zugunsten des Klosters zu ötenbach (UBZürich VIII no. 2823). Leider besitzen weder die könig-liche noch die herzogliche Urkunde Zeugenlisten, die mit den Wappen im HzLoch verglichen werdenkönnten 5 ).
Ein Empfang des Königs und seines Sohnes im Hause zum Loch oder sogar deren Quartier daselbstsind sehr wohl möglich angesichts der engen Beziehungen der damaligen Eigentümer des Hauses, der ritter-lichen Wisso, sowohl zum Hause Österreich wie zur nahen Propstei. Zwei Persönlichkeiten dieses Ritter-geschlechtes kommen hierbei in Betracht, der Propsteichorherr Conradus Albus und dessen Neffe Wizli oderWisso. Ersteren hat man bisher gar nicht beachtet, und doch scheint uns dieser die bedeutendere und hand-
4 ) s. Jahresbericht des Schweiz. Landesmuseums 1898, 56.
2 ) Über die Aufdeckung und den Verkauf s. Neue Zürcher Zeitung 1910 no. 25 2. Morgenblatt, no. 31 2. Abendbl., no. 343. Morgenbl. und no. 39 2. Abendbl.; Zürcher Wochenchronik 1910, 34 f (mit Ansicht des Hauses, des Kaufbriefes von 1394und der Rekonstruktion des Zimmers im Schweiz. Landesmuseum); HerArch XXIV (1910), 100; Jahresbericht des Schweiz.Landesmuseums 1910, 29 f. - Die Balken tragen die Katalognummer 11,403, eingegangen 10. V. 1910.
3 ) Die Nachweise nach Böhmers Regesta imperii 2 no. 162, 277/83, 292, 380/82, 432, 525, 565 zum Teil bei S. Vögelin Dasalte Zürich I 329 n. 4; davon ist nur no. 381 im UBZürich vermerkt. Die Daten werden in den Nachträgen zu diesem UB vonU. Rotach überprüft werden.
4 ) Am 20. III. 1304 hatte König Albrecht Heinrich und Heinrich Vögte von Plauen in seinen und des Reiches besonderenSchutz genommen (Reg. imp. 2 no. 463). Zu Nürnberg (1304, in die beati Valentini martiris) genehmigte er die Schenkung desPatronatsrechtes der Kirche zu Asche durch Heinrich Vogt von Plauen, seines und des Reiches Getreuen, an den Deutschorden(Böhmer acta imperii selecta I no. 571, aus Vidimus Kaiser Ludwigs dat. Frankfurt 1341 VI. 8. [Orig. im StADresden] abgedr.bei E. Winkelmann acta imperü inedita II no. 631). Bei Böhmer wird das Datum dieser Genehmigung in 1305 II. 14. korrigiert I
5 ) Gefl. Hinweise von Prof. Dr. O. Redlich in Wien.
Einleitung HzLoch
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