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Die Wappenrolle von Zürich : ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch
Entstehung
Seite
LXXVIII
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Balken VII und VIII das erste dieser Muster, rote Ranken mit blauen, lilienartigen Blüten auf weissem Grunde,trugen; an den übrigen Balken war die Unterseite bereits abgeschrotet. Ornamente zeigen sich auch an denSeitenflächen, soweit diese nicht, wie beim ersten und letzten Balken, in oder an der Mauer verborgen lagenoder mit Wappenschilden bemalt waren. Die Lichtseite der Balken II und III ist mit weissem Blattwerk aufschwarzem Grund (Keller, Taf. I, Fig. 2, viertes Muster), die Schattenseite von VII mit rotem (!) Musterund VIII mit schwarzem Muster auf weiss (ebda, fünftes Muster) bedeckt.

Dieses Stammhaus der Wisso gehörte zur Zeit der Verfassungsänderung von 1336 den Söhnen des amMorgarten gefallenen Ritters Wisso, dem Propsteichorherrn Johans und dem Wisse (letzterer seit 1338 Ritter).Der Chorherr verkaufte 1342 VIII. 2. mit Zustimmung seines Bruders Ritter Wissen Wissen, Burgers zu Zürich,eine Gült ab Haus und Hofstatt an der Kirchgasse gelegen zwischen des Sängers und des Schüpfers Häusern;seine Mutter Frau Elsbeth Wiss verzichtet mit ihrem erkorenen Vogte Ulrich Schwend auf ihr darauf ruhendesLeibding 1 ). Beide Brüder standen in Feindschaft zum neuen Zürich; ihr Haus wurde aber wohl erst nachder Mordnacht, in der Ritter Wisse fiel und dessen Jahrzeit zum 25. II. aus diesem Hause bestritten wurde,von der Stadt beschlagnahmt. Am 29. VII. 1354 verkaufen Bürgermeister und Rat von Zürich das Haus beidem Grossen Münster, an der Kirchgasse gelegen, „das her Wissen ritters und her Johans Wissen 2 ) der zweygebrüder was, stosset einhalb an Rudol. Kellers hus des kramers, anderhalb an hern Fridrichs hof von Ravens-purg, hinden gen der alten Störinenhus", mit Hofstatt usw. an Frau Elsbeth, Ulrich Schwenden, Burgers zuZürich, Ehewirtin, um blosse 10 Gulden 3 ). Damit ging der Besitz dieses Hauses wieder in den Verwandt-schaftskreis der Wisso zurück, denn der Käuferin Gatte war als Sohn Berchtold Schwends der Neffe vondessen Schwester Elisabeth, die mit dem obgenannten am Morgarten gefallenen Ritter Wisso verehelichtgewesen ist. Chorherr Johans Wiss, der 1357 teilweise Frieden mit der Stadt geschlossen hatte, gelobt bei derendgültigen Versöhnung vom 8. XI. 1373, dass weder er noch seine Erben irgendein Gut, das seines seligenBruders oder eines seiner eigenen Freunde gewesen ist und dessen sich die von Zürich von ihr gemeinenRates wegen unterzogen, verkauft oder sonst hingegeben haben, ansprechen noch Forderung erheben wollen 4 ).Ähnlich hatte schon 1363 Reinbolt Wiss, Sohn des beim Einfalle des Grafen Johans von Habsburg erschlagenenRitters Wiss, auf alle Ansprüche an das von seinem Vater hinterlassene, noch vorhandene oder veräusserteGut verzichtet 5 ). Am 15. XII. 1394 verkauften Frau Elsbeth, Witwe Ulrich Schwends, bevogtet von JohansSchwend, ihr Haus an der Kirchgasse, das oben an das Haus zur Reben und unten an Ulrich TünbrunnenHaus, das man ze dem Römer nennt, stösst, an die Propstei, mit Vorbehalt eines Leibdings zugunsten ihrerTochter Jgfr. Elsbeth Schwend und ihrer Dienerin Adelheid Müller von Urdorf 6 ), bloss fast drei Jahre, nach-dem der letzte Wisso, Chorherr Johans, als Propst des Grossmünsterstiftes gestorben war. Noch 1401 heisstes Swendenhus, 1408-1463 dagegen wieder Wissenhus, 1467/68 Mr. Burkart Fryen Haus, der 1468 selig ist,und 1469/70 des Sängers Schulthessen Hof 7 ). Seither ist es ein Chorherrenhof geblieben, von der Reformation,an mit einem Schulbetriebe. Der Name „zum Loch" bzw. „im Loch" stammt noch aus vorreformatorischerZeit. Er findet sich in der wohl 1508/16 entstandenen Chronik Felix Brennwalds, wo die Sage von Karl demGrossen und der Schlange erzählt wird 8 ), ebenso in der Baurechnung des Stiftes 1511/12 - curia im Loch 9 ).Im Urbare des Studentenamtes von c. 1545/50 heisst das Haus ebenso „Hof im Loch" 10 ). Nach der Aufhebungdes Stiftes war dieser Hof bis 1842 Sitz des neugegründeten Gymnasiums (griechische Schule) und ist von daan bis heute im Besitze der Familie Bremi verblieben, seit der Neugestaltung von 1861 unter dem Namen„Münsterhaus". Durch zahlreiche Umbauten in den Jahren 1536 und 1540, sowie 1842/43 wurde dessenÄusseres wie Inneres wesentlich verändert; 1861 erhielt das Erdgeschoss mit dem Wappensaale neue Fenster

x ) StAZürich, Urk. Propstei 293; Kopie im Urbar des Grossmünsterstiftes, no. 204.

2 ) Im Text zu no. 178/79 ist S. 263 1 statt Conrad Johans zu setzen!

3 ) StAZürich, G I 96, Urbar des Grossmünsterstiftes, no. 403; das Original ist unauffindbar.

4 ) Ebda, Hinterlegte Briefe, Sch. 6.

5 ) Ebda, St. u. L. 1341.

6 ) Orig. bei Hrn. J. J. Bremi-Uhlmann in Zollikon; Kopie im Stiftsurbar G I 16 no. 402 des StAZürich und in Ms. J 3, 279der Zentralbibl. Zürich. Photogr. Wiedergabe in der Zürcher Wochenchronik 1910, 36.

7 ) In den Steuerbüchern I hat das Haus die Nummer 99 (Ulr.) Swenden hus, in Steuerbüchern II dagegen 97.

8 ) Luginbühl in QSchwG n. F. I, Chroniken I 88f.: „und nämlich enthielt er (Karollus Mangnus) sich in dem hus glichnebent dem grossen münster, das zu dem Loch genempt und diser zit ein korherenhof ist, das er sim (!) selbs gebuwen het."

9 ) AnzA n. F. XXXI (1929) 140.

10 ) StAZürich, Gl 153, f. 51 x v u. iio v (Mitteilung von Dr. A. Corrodi-Sulzer). - Aus S. Vögelins Altem Zürich I 327möchte man schliessen, der Name „zum Loch" sei seit 1394 nachgewiesen, was durchaus unrichtig ist.

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Einleitung HzLoch