Form des 13. Jhdts. geziert; zwischen den Schilden sind Rosetten hingesetzt. Unter den 35 erhaltenenWappen sind verschiedene, die möglicherweise auf Adelsgeschlechter aus der heutigen Schweiz zu beziehensind - die freien Herren von Klingen und von Hinwil (das ältere Wappen) 1 ) u. a. Bemerkenswerterweisekommen auch hier (voran?) die Schilde von Königreichen vor: Frankreich, England, Kastilien, Böhmen,Jerusalem, Dänemark, Ungarn u. a. Der Saal hat jedenfalls als Fest- und Speisesaal gedient. Die Wand-gemälde zeigten ein fürstliches Gastmahl, und allerlei sogen. Dröleries gaben dem Raum ein heiteres Wesen.In der Zeitschrift für christliche Kunst XIX (1906) 237 ff wird der Schmuck auf die Abholung der Isabellavon England durch Kaiser Friedrich II. im Jahre 1235 bezogen. Eher dürfte seine Entstehung mit demAufenthalte König Rudolfs (von Habsburg) in Köln im Zusammenhange stehen 2 ); mehr als 3 Wochen imNovember 1273 hat der frischgekrönte König in der ihm lieben Rheinstadt zugebracht 3 ). Dr. Vogts denktan die Möglichkeit eines Zusammenhanges der Ausstattung dieses Raumes mit dem Deutschen Orden 4 ).
II. DIE WAPPEN AUS DEM HAUSE ZUM LOCH IN ZÜRICH
1. Das Haus zum Loch in Zürich (Römergasse 13 = Zwingliplatz 1) und dessen Wappensaal
Seine Geschichte haben Ferdinand Keller inden MAGZ III. 4 (1846) ff, Salomon Vögelinim „Alten Zürich" I 327 ff, H. Zeller-Wertmüllerin MAGZ XVIII (1874)105 ff und Ganz in fbestmöglich beleuchtet; über blosseVermutungenhinsichtlich der ältesten Zeit kommt man jedochnicht hinaus. (S. Fig. 1.)
Den Namen „zum Loch", richtiger „imLoch", hat dieses in der Lindenwacht gelegene,von der Karlssage umwobene oberste Haus derRömergasse (früher Kirchgasse) wohl von seinerfrüher noch tieferen Lage unterhalb des Ein-ganges in die Münstergasse erhalten, nahe deröffentlichen Strasse von 1275 und der Reichs-strasse beim Münster von 1300, nicht weit vomTore, das in den Vorhof der Propstei führte. Mitseiner nördlichen Seite lehnte es sich offenbar andie Aussenseite der alten südlichen Stadtmauer.
Seine Erbauung wird daher in die Zeit fallen,als die grosse oder mehrere Stadt sich weiterauszudehnen begann, d. h. wohl noch ins XII.
Jhdt., eher als in die erste Hälfte des XIII. Jhdts.
Die Vermutungen Georgs v. Wyss bzw. H.
Zeller-Wertmüllers, die in's Alte Zürich aufge-nommen worden sind, über die Bedeutung dieses
haus" S. 151 (einen Teil der Balken s. Abb. 62), sowie in dem 1929 herausgegebenen „Bürgerhaus der Rheinprovinz" (eine grössereZahl der Balken s.Abb. 5 7) besprochen. Dr. Vogts hat uns die von Stückelberg vermissten Farbenangaben anhand der Balken selbstübermittelt; die Reihenfolge der Aquarelle scheint weniger zuverlässig zu sein als die der Schilde auf den restaurierten Balken.Dr. Vogts denkt mit Dr. Baumeister in Köln bei diesen Wappendarstellungen, wie auch bei den andern auf Decken und Wand-malereien in Kölner Häusern erhaltenen des 14. Jhdts. an eine Mode ohne Bezug auf bestimmte Wappen, wobei immerhin An-klänge an bekannte Wappen führender (niederrheinischer) Geschlechter natürlich waren.
*) Klingen (?): weisser einschwänziger Löwe in blauem Schilde, der mit weissen, ursprünglich doch wohl gelben Schindelnbestreut ist; Hinwü (?) in blau oben schreitender weisser Löwe, unten weisser Adler. - Ulrich Walther I. von Alten-Klingenwar 1254 Deutschordensbruder zu Beuggen, 1270 Komtur daselbst.
2 ) E. A. Stückelberg im 2. Morgenblatte der Neuen Zürcher Zeitung vom 14.1. 1907, no. 14.
3 ) O. Redlich Rudolf von Habsburg 220; ders. Regg. des Kaiserreiches (Böhmer VI) no. *24a-*42b.
4 ) Mathias de Pinguia übertrug nach den Schreinsbüchern seinen Häuserbesitz am Holzmarkte, darunter wahrscheinlich auchdas Haus no. 67, um 1249 an den Deutschorden, in den er einzutreten beabsichtigte, aber mit Wiederkaufsrecht, das er anscheinend ^ausgeübt hat, denn 1269 wurde das Haus von Mathias (demselben oder einem Sohn?) an seine Frau Margaretha übertragen.
Fig.
1. Das Haus z. Loch (Ausschnitt aus dem „Zürcher Stadtbilde'Srechtes Limmatufer)
Einleitung HzLoch
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