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Die Wappenrolle von Zürich : ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch
Entstehung
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6 Stagel, i von Wartensee. Federzeichnungen der Schilde samt übergeschriebenen Namen bei H. C. Escher,Turegum sepultum retectum (Zentralbibl. Zürich) 1 ).

Ebenso war die Krypta der Grossmünsterkirche heraldisch ausgeschmückt 2 ), wie auch das Langhauseinzelne Schildereien des 14. bis 16. Jhdts. aufwies 3 ).

Besondere Wappenfreudigkeit bezeugten die Junker Schwend im 15. Jhdt. durch die Ausschmückungihrer Wohnräume im Deutschen Haus an der alten Kirchgasse, der jetzigen Römergasse (no. 9), dem zweitenHause unterhalb des 13 54 in den Besitz der Schwend übergegangenen Hauses zum Loch, sowie im Schwenden-egg oder Fronfastenhaus 4 ) an der Schwendengasse (heute Schmiedgasse 1) im Niederdorf mit heraldischenSchnitzereien bzw. Malereien. Das Deutsche Haus zeigte den Wänden der grossen Stube des ersten Stock-werkes entlang eine Reihe von geschnitzten und bemalten Schilden: Ms. E 28, 613/14 der Zentralbibl. inZürich (Federzeichnungen, offene Helme, Namen der Alliancen); Zeichnungsbücher der Antiquar. Ges. I 8 5 f(farbige Schilde) 5 ). Verwandte der Schwend, die Junker Meis, haben wohl noch in der ersten Hälfte des15. Jhdts. den Erker des oberen Stockes im Steinhause zuoberst an der jetzigen Kirchgasse mit Schilden aus-malen lassen 6 ).

Als letzter Ausläufer solcher Wappenfolgen aus vorreformatorischer Zeit in Zürich wird die Wappen-serie zu gelten haben, die rings um die Wände eines Gemaches im Erdgeschosse des Hauses zum BlauenFahnen an der Münstergasse lief und die Genealogie der Junker Grebel darstellte. Auch hier wie im Flausezum Loch stand der Reichsschild an vorderster Stelle, dann folgten die Kirchenfahne der Werdenberger unddas Wappen der Schwarzmurer 7 ).

Aus der später zürcherisch gewordenen weiteren Umgebung der Stadt sind zwei Klosterkirchen zunennen, die schon im 14. Jhdt. heraldischen Schmuck aufgewiesen haben, die Cisterzienserkirche zu Kappelam Albis und die Prämonstratenserkirche zu Rüti im Zürcher Oberlande. In Kappel warfen die Schwyzerund ihre Helfer 1443 im Alten Zürichkriege hundertundzwanzig Herrenschilde und Helme, die in der Kircheob den Gräbern stunden, herab und verbrannten sie; in Rüti zerschlugen sie ebenfalls die Wahrzeichen desAdels und führten die aufgehängten Banner als gute Beute mit sich fort 8 ). Auf ähnliche Anlagen an fremdenOrten, wie sie eine solche das HzLoch enthielt, ist schon in der Einleitung zur ZWR hingewiesen worden 9 ),wobei bei den durch Tschudi und Cysat überlieferten Folgen die Frage zu stellen war, ob es sich wirklichum Wand- und Deckenmalereien oder um Wappenbücher oder -rollen handle. Neben Valeria ob Sitten imWallis mit noch erhaltenen bzw. freigelegten Deckenbalken, von denen aber nur derjenige über dem Kaminheraldisch geschmückt war 10 ), ist ein noch deutlicheres Gegenstück in Köln zu erwähnen: Daselbst stand amHolzmarkt (no. 67) ein seit c. 1233 in Händen des Kaufmannsgeschlechtes de Pinguia (=von Bingen?)erwähntes Haus. Dieses Haus war wohl vorübergehend zwischen 1249 und 1269 im Besitze des DeutschenOrdens und seit 1280 Eigentum der Familie Quatermarkt. Es ist 1899 abgebrochen worden. Gerettet wurdendamals die Wappenbalken seines Festsaales; sie befinden sich heute renoviert im Kölner Kunstgewerbe-museum 11 ). Die Balken sind mit zahlreichen schlankdreieckigen, schräggestellten Wappenschilden in der

q Original Ms. Lind. 10 S. 238/39, Kopien F.-A. Escher v. L. 83. 102 (früher J 268 [von 1743]), sowie Ms. E 29, 3. Ab-teilung S. 128 f, alles Mss. der Zentralbibliothek in Zürich.

2 ) Es handelt sich beim Wappen mit den 2 Querbalken um das zweite Wappen der Schwend (Njbl der Stadtbibl. Zürich1901, S. 30, 45, 47).

3 ) HerArch XII (1898) 1 und 41.

4 ) MAGZ XVIII, 122 (18); S. Vögelin Das alte Zürich I 454; Njbl der Stadtbibl. Zürich 1901, 45.

5 ) MAGZ XVIII, 122 (18); S. Vögelin Das alte Zürich I 215; Njbl der Stadtbibl. Zürich 1901, 35f"., 45; ZürchTb 1928,Bild S. 80/81. Den Wappenskizzen in Ms. E 28, 613/14 der Zentralbibl. in Zürich ist S. 615 beigefügt: „Vorige Waapen sind aufeiner Tabell gemahlet in Hrn. Landvogt Scheuchzers Haus hinterm Münster, die 140 ä 50 Jahr alt ist, aber von einer älterencopiert zu seyn scheinet". - Das Deutsche Haus umfasste bis 1530 die beiden Häuser Römergasse 9 und 10, worauf eine Trennungin 2 Häuser stattgefunden hat (Mitt. von Dr. A. Corrodi-Sulzer).

6 ) s. Vögelin Das alte Zürich I 338 f; ZürchTb 1921/22, 236 und 1928, 12 f.

7 ) s. Vögelin Das alte Zürich I 330 f; C. Keller-Escher Die Familie Grebel 21 f. Der Durchbruch zur Eröffnung der Blaue-fahnenstrasse hat diesen Zyklus zerstört. .

8 ) MAGZ XXIII, 239 (21) sowie XXIV, 229 (49) nach AnzG I 236 und der Klingenberger Chronik 312L

9 ) s. auch K. Escher Untersuchungen zur Geschichte der Wand- und Deckenmalerei in der Schweiz (Studien zur deutschenKunstgeschichte 71) 97 f.

10 ) s. die Abbildungen in HerArch XIV (1900) 130 f, von P. Ganz.

u ) Diese Balken sind mit ihren heraldischen Malereien erstmals durch Friedr. Carl Heimann behandelt und in farbloser Ver-kleinerung sämtlicher Balken in der Zs. für christliche Kunst XIX (1906) 238-243 veröffentlicht worden. Baurat Dr. Vogtsin Köln hat sodann die Balken mit anderen Deckenmalereien Kölns in seinem 1914 erschienenen Buche „Das Kölner Wohn-

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Einleitung HzLoch