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Die Wappenrolle von Zürich : ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch
Entstehung
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zigartigen Blasonierung des Wappens des englischen Königs imClipearius wirklich die Hoffnung der Welt her-ausgelesen werden darf, so ist diese Auffassung für den Zürcher Cantor im Sinne Dantes bezeichnend.

Weit grösseren heraldischen Gehalt als die Wappen zeigenden vier Handschriften des Sachsenspiegels 1 ) wei-sen die Liedersammlungen des sogen. Manessecodex und die Weingartnerhandschrift auf aus dem Anfangedes 14. Jhdts.; doch kommt hier das Wappenwesen nur unmittelbar als Erscheinung der ritterlichen Kleidungoder Bewaffnung zur Geltung und steht dazu ersichtlich unter dem Einflüsse der poetischen Freiheit, die inder mittelalterlichen Dichtung waltet. Sammelpartien von Wappenschilden wie bei Matthäus Parisiensis enthältauch das Balduineum, das seiner Entstehung nach als erste Sammlung der ZWR folgt, eine Bilderhandschriftzur Verherrlichung der Taten König Heinrichs VII. auf seinem Zuge zur Kaiserkrönung aus der Zeit vonc. 1340/50. Auf der Rückseite der Kampfszenen mit ritterlichem heraldischem Schmucke finden sich da dieSchilde der mit vollem Namen angeführten Lehensleute des Erzbischofes von Trier, geordnet nach den Burgen,mit deren Hut die Inhaber der Schilde betraut waren 2 ). Eine Sonderstellung nehmen die beiden Wappen-Urkunden deutscher Reiter in Italien von 1361 ein mit ihrem Schildschmuck über den Siegeln, - eine ausser-gewöhnliche Erscheinung auf dem Gebiete des spätmittelalterlichen Urkundenwesens; über die Schilde sinddie Namen mit Herkunftsbezeichnung und Rang gesetzt. Erst um diese Zeit setzen eigentliche Wappenbücherein mit vollen Wappen, als älteste des Heroldes von Geldern („Gelre") Wappenbuch von c. 1369-c. 1400mit über 1800 Wappen aus dem ganzen Abendland 3 ), und ebenfalls aus Niederdeutschland stammend dasWappenbuch „Von den Ersten" aus dem letzten Viertel des 14. Jhdts. mit 450 Wappen erster Geschlechter,wobei erstmals Triaden- oder Ternionenreihen den abendländischen und morgenländischen Herrschern sowieHerzögen, Bischöfen und Dynasten vor allem des deutschen Reiches vorangehen 4 ). Im Wb von den Erstentreffen wir wieder wie in der ZWR eine grössere Zahl exotischer Wappen, die im Texte zur ZWR zu wenigberücksichtigt worden sind (s. u. S. XLI f, XLV ff). Die Fortsetzung dieser typisch gewordenen Wappenbücher-anlagen bilden Beijerens Wb um 1400, das Donaueschinger Wb (DEWb) von 1433, das Stuttgarter Wb vonc. 1430 an, Redinghovens Wb vor 1440, des Persevanten Hans Burggrafs Wb aus der Mitte des 15. Jhdts.,sowie die erweiterten, dem Charakter der älteren Wappenbücher angeglichenen Kopien von Ulrich RichentalsChronik des Konstanzer Konzils seit der Mitte des 15. Jhdts. Nachklänge finden sich noch in den Wappen-büchern aus der 2. Hälfte desselben Jhdts., bei Hans Ingeram, Haggenberg, Grünenberg u. a.

Neben den handschriftlichen Dokumenten aus der Zeit vor oder bald nach der ZWR treten uns Wappenfolgenals Raumschmuck an den Wänden oder Decken entgegen, in monumental wirkender Aufreihung die Schildean den Deckenbalken im Schlosse Valeria ob Sitten 5 ), in Köln und im Hause zum Loch in Zürich und ohne Uber-lieferung der Anlage, aber doch wohl als Raumdekoration die zu zweit gruppierten 78-87 vollen Wappen aus demTurme von Erstfeld (ErstfW), beide wie die Schilde auf den Backsteinen von St. Urban 6 ) bedeutsame Folgen ausder Zeit vor der Ermordung König Albrechts, dann wohl noch aus dem 14. Jhdt. die 72 Wappen aus der Burg

Schluss der Tätigkeit des Dichters, glaubt aber, entgegen Laudan, nicht an eine freie Initiative, aus der es entsprungen wäre, sondernvermutet, es habe ihn ein Gönner gebeten, seine Kunst einmal an der Beschreibung historischer Wappen zu versuchen und habeihm deren Kenntnis durch Aufzeichnungen vermittelt, wie man sie um jene Zeit in der Schweiz schon besass. - Über die Darstellungdes englischen und braunschweigischen (!) Wappens bei K. von Würzburg und in der ZWR s. Galle 241 f.

4 ) Es sei für diese und die folgenden für die Heraldik in Betracht fallenden Handschriften usw. des alten deutschen Reichesauf die ausgezeichnete Orientierung hingewiesen, die E. Frhr. v. Berchem, D. L. Galbreath und Otto Hupp in ihrer reichillustriertenAbhandlung über „Die Wappenbücher des deutschen Mittelalters" geben, Sep.-A. Basel 1928 aus HerArch 1925/1926, 1928, (N) 1929.

2 ) Vgl. dazu Josef Bast Die Ministerialität des Erzstifts Trier (Trier 1918 = Ergänz.-Heft XVII des Trierischen Archivs);es fehlt S. 63 beim Hinweis auf Hontheim die Rückführung auf das Balduineum. Literatur über das Stift IV ff.

3 ) Vergleiche mit der ZWR stellte Klemme im JbAdler XI (1884) 161 f an. - Der Liebenswürdigkeit von EgonFrhrn. vonBerchem in München verdanke ich die verspätete Einsichtnahme in die grosse Ausgabe von Gelres Wappenbuch, in seinem Besitz.Dieses Wb hätte noch etwas stärker für die Neuausgabe der ZWR beigezogen werden dürfen. Dr. D. L. Galbreath wird in HerArchdie S. 80 des SA „Die Wappenbücher des deutschen Mittelalters" erwähnte zeitliche Festlegung von c. 1369 bis gegen 1400 (mitspäteren Eintragungen) näher begründen und Egon Frhr. v. Berchem gedenkt seine nach Tafeln und alphabetischer Folge geord-neten beiden Inhaltsverzeichnisse der Grossausgabe mit Einbezug der noch nicht veröffentlichten Partien des Originals in Brüsselebenfalls der Allgemeinheit zugänglich zu machen. In den Annales de la Soc. d'archeol. de Bruxelles V (1891) 534-543 findetsich nur eine Besprechung der Ausgabe von Bouton mit 9 Wappen in Umrissen 1

4 ) Die der Druckausgabe von 1893 zu Grunde gelegte Folge der Wappen ist kaum die ursprüngliche: sie muss z. Teilwenigstens gerade umgekehrt gewesen sein, entsprechend den andern Wappensammlungen des Spätmittelalters. Auch diesesWb hätte noch etwas eingehender für die ZWR verwertet werden sollen.

6 ) HerArch XIV (1900) 129 ff, Ganz 112.

6 ) FestgLM 109 ff, Ganz 112 ff.

Einleitung ZWR

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