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Die Wappenrolle von Zürich : ein heraldisches Denkmal d. 14. Jahrhunderts in getreuer farb. Nachbildung d. Originals mit d. Wappen aus dem Hause zum Loch
Entstehung
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quaries in London, enthält in Kopie des 15. Jahrhunderts 486 englische Schilde mit Personennamen und Blaso-nierung auf 4 aneinandergenähten Pergamentstreifen von 8 % Fuss Länge und 11 y 2 Inches Breite in 54 Reihenzu je 9 Schilden 1 ), eine jüngere Kopie aus dem Beginne des 17. Jhdts. findet sich im Harleyan Ms. 6137 desbritischen Museums. Die zweite, von Perceval veröffentlichte sogen. Charles oder St. George's Rolle ist eben-falls nur in Kopien (Harleyan Ms. 6137 und 6589) überliefert; sie bringt 677 Wappen bestimmter Personen,wovon beinahe 300 auch in der Rolle der Society of Antiquaries sich finden, während andere Träger vonSchilden bis in die Zeit Heinrichs III. zurückreichen. Weitere Wappensammlungen, zum Teil Pergamentrollen,waren in der Londoner Ausstellung 1894 zu sehen (Catalogue 1896 no. 157 ff), darunter die 3 m lange und 24 cmhohe Stacey Grindle Rolle von c. 1330.

Die Ausführungen Walfords in The Archaeologia 39 II, 373 f über die englischen Wappenrollen habenfür die Frage der Entstehung und Beurteilung der ZWR Wert. Walford drängte sich eine Vergleichung S. 375selbst auf; er wies auf die ZWR hin, die im Gegensatz zu den englischen Rollen keine Blasonierung aufweise.Inwieweit die offenbare Auffassung Walfords, nicht nur die späteren Kopien der englischen Wappensammlun-gen bzw. -beschreibungen stammten von Herolden, sondern auch die (heute meistens verlorenen) Originale,in englischen Heraldiker- und Historikerkreisen Annahme gefunden hat, entzieht sich unserer Kenntnis. DieStepney- und Dunstable Rolls betrachtet Walford als wirkliche Turnierrödel mit den Wappen von Rittern, diean neun Turnieren unter Edward II. und Edward III. teilgenommen haben; auch die Boroughbridge Rollebesteht aus Wappen von Personen, die bei gewisser Gelegenheit zusammengekommen sind. Aus den AngabenSir Robert Laton's in der Scrope & Grosvenor controversy unter Richard II. geht hervor, dass dessen Vaterlange Zeit in fremden Kriegsdiensten und in Friedenszeiten auf Turnieren tätig gewesen ist und ihn alle Wappenaufzeichnen hiess, die jener von seinen Vorfahren gelernt hatte, von Königen, Prinzen, Herzögen, Grafen,Baronen, Lords, Rittern und Edelknechten, die er wusste und an die er sich erinnerte, die nach England kamenund ihre Namen trugen seit der Eroberung. Ein wesentlicher Unterschied zur ZWR besteht in der Beifügungvoller Namen zu den meisten Schilden oder Schildbeschreibungen in den englischen Sammlungen, wie diesspäter auch im Balduineum, in den niederländischen Wappenbüchern usw. vielfach der Fall ist.

Walford kannte offenbar das heraldische Lehrgedicht des zürcherischen Cantors Magister Konrad vonMure aus der Zeit von 1260-1264, den Clipearius Teutonicorum, nicht, sonst hätte er wohl bei dieserGelegenheit darauf aufmerksam gemacht, dass hier wohl die Blasonierung, allerdings auch nicht im Original,überliefert ist, dagegen nicht die Malerei. Dieses Wappengedicht lässt die lehrhaften Absichten der blossenWappenfolge in gebundener Sprache und das Bemühen des Verfassers erkennen, in möglichster Treue Figurenund Farben von 73 Schilden zu schildern, des hohen deutschen Adels nach meist abendländischen Königen, ganzähnlich wie es in Prosa die von Walford veröffentlichte englische Rolle („Prinet") vom englischen Standpunktaus tut. Es mag dies schon allgemeine Mode gewesen sein, aber es ist auch sehr wohl möglich, dass KonradsClipearius durch irgendwelche direkte oder indirekte Beziehungen mit England angeregt worden ist. Konradhat seine Beförderung zum doctor decretorum entweder in Bologna oder in Paris geholt; an beiden Orten konnteer Bekanntschaften mit Engländern machen oder in der Folge mit Adeligen in englischen Diensten. Dazu warseit dem Jahre 125 7 Richard von Cornwallis deutscher König, ein erprobter Schutzherr Zürichs gegen die Uber-griffe des Schwabenherzogs Konradin von Staufen; Richard hat 1262 die Abtei, die Propstei und die Stadt inseinen speziellen Schutz genommen mit dem Versprechen, die Vogtei darüber nie vom Reiche zu veräussern.Am x 7. Mai 1257 hatte zu Aachen die Krönung Richards stattgefunden, in der Stadt, mit der Zürich und spezielldie Propstei seit der Erwerbung von Reliquien Karls des Grossen und der Einführung des Karlskultus diebis zur Reformation dauernden, besonders in den Aachenfahrten zum Ausdruck kommenden Beziehungen ein-gegangen war. Die Krönung Richards war im Beisein von zwei Erzbischöfen, zweiundzwanzig Bischöfen, dreis-sig Herzögen und Grafen und dreitausend Rittern erfolgt, - ein glänzendes Fest, das nach Kochendörffer (Ztschr.f. Deutsches Altertum 28 [1884] 133 ff) den „besten" Kenner der mittelalterlichen Heraldik Meister Konrad vonWürzburg vielleicht zu seinem Turnei zu Nantheiz angeregt habe, das aber nach dem Clipearius entstandenist, ja neuerdings als zuletztbegonnenes Werk Konrads angesehen wird 2 ). Wenn aus der unsicheren und ein-

b Dreissig Wappenschilde dieser eigentlichen Rolle sind in Farben als Tafel XXI veröffentlicht im „Illustrated Catalogueof the Heraldic Exhibition BurlingtonHouse i894"(London 1896), - zehn Schildeaus dieserTafel beiStröhl Taf.XVIIIno. 16-25.

2 ) Über die Datierung des Turnei von Nantheiz s. die Literatur bei Arnold Galle Wappenwesen und Heraldik bei Konrad vonWürzburg 35 ff (Diss. Göttingen 1911, abgedruckt in Zs. f. Deutsches Altertum 53 [1911] 209-259). Galle rückt, über LaudanDie Chronologie der Werke des Konrad von Würzburg, Diss. Göttingen 1906, hinausgehend, den Beginn des Werkes an den

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Einleitung ZWR