;82 Ge. Newtons Leichenpredigt
Vl)e:net erstlich über euch selbst. DeeHerr hat, wie ihr wol sehet, einen schmerzlichenRiß unter euch gethan, i Sam. 6, 8. Gott hatseinen frommen und treuen Knecht in die finstereGruft versenket. Das Grab hat seinen Rachenaufgesperret, und er ist nun nicht mehr in diesersichtbaren Welt. Ihr werdet ihn nicht mehr sehenim Lande der Lebendigen; ihr werdet ihn nicht wiederals einen Lehrer unter euch hören. Seine deutlichenUnterweisungen sollen euch nun nicht mehr erleuchten;seine feurigen Ermahnungen nicht mehr erwecken;ihr sollt durch sein brünstiges Gedet nicht mehr gestar-tet, noch durch seine gottselige Unterredungen er-bauet werden; sein trostvoller Zuspruch wird euchnicht mehr beleben, fein lehrreiches Exempel wirdsuch nicht mehr führen. Der Herr hat diesesKleinod wieder zu sich genommen, weil wir dessen'in der That nicht werth waren. Im Zorn undUngnade hat er einen Pfeiler weggerijjen, daß esscheinet, als ob das ganze Gebäude nachstürzensollte. Sollen wir nun bey einem solchen Streichvon der Hand Gottes unempfindlich seyn? Haben,wir Thränen genung, einen kleinen und nichts-würdigen Vertust zu beweinen, und keine Thrä-nen. den Verlust eines so unschätzbaren Kleinodszu beklagen? Meine Brüder es ist euch erlaubt, zuweinen, aber nur nicht über ihn, sondern über euchselbst, und dieses um zwoer Ursachen willen.
r. Uin der Sünden willen, die ihr began,gen habt. Denn diese sind die eigentliche und'wah-re Ursache dieses großen Verlustes. Eure Sün-'denverhindern viel Gutes, daß es nicht zu euch
Pmmt;