auf Joseph Mein. 58 r
unsern entschlafenen Freund m der Hälfte seinerJahre, ja im Anfang seines zu erwartenden Dien-stes in der Kirche weggenommen. Aber ist er auchzu zeitig in den Himmel gekommen? Freylichzu zeitig für euch, aber nicht für ihn. Ist er etwazu bald in seines Vaters Haus angekommen? Ister zu bald in die Gemeinschaft mit Gott und Chri-sto, mit den Engeln und verklärten Heiligen einge-treten? Wird er sich auch wol wünschen, wiederzu euch zurück zu kehren? Hat er seine ewige Ruheund die herrliche Vergeltung zu früh gefunden?Meine Brüder, ihr wisset, daß er unter euchjchleunige Schritte gethan, so lange er noch Kräftehatte; er hat daher auch die Arbeit, die ihm Gottangewiesen, zeitig vollendet. Es ist daher auchnicht zu bewundern, wenn er seinen Lohn zeitigererhalt, zeitiger als wir, die wir unfer Werk sotangsam treiben. Ist sein Leben kurz, so ist esdoch mit schonen Heiligungsgaben und mit der Ausü-bung herrlicher Tugenden geschmückec gewesen. Erwar, wie ihr alle wisset, ein brennendes und schei-nendes Licht; brennend in heiligen Trieben undNeigungen, bis das Oel verzehret war; und schei-nend in einem heiligen Wandel. Inzwischen istdiefe Lampe nicht ausgelöset, sondern nur in dieHöhe gezogen, um an einem herrlichern Orte zuleuchten. Und da soll erscheinen als eine Sonneimmer und ewiglich. Und aus dem Grunde wei-net nicht über ihn.
2. Ihr werbet vielleicht fragen: Unter wensollen wir denn weinen? Ich antworte: über euchselbst und über eure Rinder.
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