496 Alleins Grundlegung/
welchem Ende, (sagte einer) ist das Licht gemacht/als daß es brennen soll? Wozu habt ihr nun,meine Geliebte, Stärke und Kräfte; als daß ihrsie im Dienst Gottes aufopfern sollet ? Hält erKnechte, und soll nach ih>-e>n Thun Und Lass'Nnicht fragen ? Werdet ihr es leydef kennen, wenrteure Knechte, denen ihr ihren ganzen Unterhalt ge-bet, eure Arbeit liegen läss'n, und ihren eiae^enGeschäften nachgehen wollten ? Der Dienst Got-tes, Geliebte, ist euer Geschäfte, er »at euch ge-schaffen, und erhält euch zu keinem andern End-zweck; und zu dem ist es noch eure eigene Glücksllgkeit; Bemühet euch, daß ihr von diesem Grundesahe, daß nämlich eure wahre Glückseligkeit darinbestehe, wenn ihr Gott ehret, und euch ihm gefälilig machet, eine vollkommene Ueberzeugung haben,und in euch erhalten möget. Lasset die Erfahrungeines solchen Lebens in eurem Herzen lebendig undkraftig seyn, so wird sie euren ganzen Lauf regierenUnd in Ordnung erhalten.
Zum andern: Erinnert euch , was es füreme gefährliche ja höchst verdammliche Sachesey, wenn ihr euch selbst lebet. Wollten wirdaraus unsere Hauptsorge und unser vornehmstesGeschäfte machen, wie wir uns selbst gefallen, undUnsern Lüsten ein Gnüge leisten, oder, wie wir vonandern Beyfall und Hochachtung erjagen, oder inderWelt reich werden/ und uns mit unserer Nach«kommenschaft empor heben möchten, so würde dasder gewisseste Beweiß seyn, daß wir ein Herz hät-ten so von aller Gnade entblößet wäre. Ob abergleich die Gottseligen auf den Herrn unsern Gott ihr
vor,