476 Alleins Grundlegung/
Dinge dieser Welt nicht für nöthig an; denn nureins ist noth- Ihr könnet mitten im Mangel al-ler zeitlichen Bequemlichkeiten glücklich seyn. Mey.net nicht, daß es um euch gethan sey, wenn ihr inMangel und Armuth gerathet. Betrachtet nurdie Ewigkeit, so wird es euch gleich viel gelten, obihr arm oder reich in dieser Welt gewesen. Be-trachtet oft den Staub, darein ihr verwandelt wer-den sollet; und stellet euch vor, daß eine Zeit kom-men werde, da man eure Gebeine herum werfenund nicht wissen wird, wem sie gehören. Sagtmir nur, was alsdann die Welt zu bedeuten haben,oder was sie euch zu gut thun werde. Stellet euchaber auch in euer Grab, und thut einen Blick indie Welt, und erwegel, was ihr von derselben ur-theilen werdet. Werdet ihr nicht bald unter denTodten vergessen werden? Eure Stellen wird mannicht mehr kennen, euer Andenken wird unter denMenschen erloschen seyn, und was wird es euchalsdenn helfen, wenn ihr auch tinter den Menschennoch so viel zu bedeuten gehabt hattet? Ein einzi-ger ernstlicher Besuch des Kirchhofes kann euch zuMenschen machen, die der Welt absterben. Ueberwie viele gehet ihr mit Füßen, die ihr nicht ken-net. Sie hatten ohne Zweifel in der Welt ihreGüter, ihre Freunde, ihr Gewerbe, ihre Geschäf-te, und handthierten so in der Welt, wie die Men-schen ietzo thun. Aber was sind sie dessen gebes-sert? Begreift ihr nicht, daß ihr in kurzer Zeit ineben diesem Z-istande seyn werdet. Wie unglück-lich ist ein Mensch, der sich hierin betrüget. Wiebechört ist er, wenn er sich auf das sichere Rech-
NU!7Z,