Zweyte Abtheilung. Cap. 5. ^ 477
nutig machet,wovon er gewiß wissen kann, daß es inkurzerZeit nicht mehr sein Eigenthum heißen werde.> Meine Brüder!^ ich bitte euch, bauet nicht aufdiegegenwärtigen Dinge der Welt, sondern bittetGott um eine heilige Gleichgültigkeit gegen diesel-be. Kann man auch von einem vernünftigen Men-schen erwarten, daß er Gott,,sein Gewissen undsein; Seele gegen solche Dinge vertauschet, davoner nicht weiß, ob er sie eine Woche, oder ein Jahrbesitzet, und die er ganz gewiß einmal verlassen muß ?Gehet hin, und redet mit einem sterbenden Men-schen, fragt ihn, was er nun für Begriffe von derWelt habe? Wenn ihr zu ihm sprächet: die unddie Ehrenstelle, der und der Vortheil ist ie-tzo zu. erlangen, wenn du die Religion ver--läugnen, und der Ungerechtigkeit huldigen wilst;meynet ihr wohl, daß dieses einen Eingang beyihm haben werde? Meine Brüder ! warum wollenwir nicht eher klug werden? warum wollenwir nicht el/er solche Gedanken fassen, die wir ge-wiß einmal bekommen müssen. Wehe dem, demder Tod und das letzte Gericht erst die Augen ös-nen! Wehe oem, der, da er von andern lernen, daer aus dem kläglichen Geschrey der Lieblinge dieserWelt abnehmen können, daß alles Eitelkeit M),dennoch diese Warnung nicht annehmen, sondernlieber so lange warten wollen, bis andere durch ihngewarnet worden! Hütet euch, meine Geliebte,daß unter euch nicht solche angetroffen werden, dieGott sein Paradieß lassen, wenn ex ihnen ihr pt?-rts lassen will; die lieber ihrem Gewissen, als ih-re!? Gütern Urlaub geben wollen, die den gehei-men