420 Alleitts Grundlegung,
beständiger Eckel andenselbigen, und eine Feind-schaft gegen dieselben bey einem Menschen finden, soist der Zustand schlimm und gefährlich.
§. 241.
Wenn unsere Trägheit und Unwilligkeit so be-schaffen, daß wir unsere Pflichten dabey unterlas-sen, so, das; wir in einer steten Verabsäumung der-selben leben, so ist dieses ein erschröcklich Zeichen ;wenn wir aber dennoch, ungeachtet der gegenwär-tigen Kleinmüthigkeit in VoSbringung der Pflich-ten anhalten, und inDemuth aufGotc hoffen,daßer die Schwierigkeiten aus dem Wege räumen wer-de, bis wir uns in bessern Zustand versetzet sehen, soist dieses ein Zeichen, daß es gar wohl um uns ste-he. Es kann sich dieKirche selbst in einem sehr ver-lassenen Zustande befinden, allein, sie läßt sodann vonihren Pflichten nicht ab, sondern suchet vielmehr ih-ren Geliebten, fraget fleißig nach demselbigen, undwill nicht ruhen, bis sie ihn gefunden hat. DerHeuchler aber lasset bald von seinen Pflichten ab,und will nicht lange den Herrn harren. Nicht,als wenn nicht eine verlassene Seele, unter der Ge-walt der Versuchung, die Pflichten auf einige Zeitunterlassen könne; es fällt ihr aber doch solcher Zu-stand die ganze Zeit über schmerzlich, sie weiß nichtzu ruhen und betrübet sich darüber, sie kehret baldwieder zurück, und vermag nicht zu ruhen, wenn siegewohnet ist, die Pflichten zu unterlassen, die ihr be.kannt und wissend sind.
§.242.