Zweyte Abtheilung. Cap. 2. Z95
das Inwendige des Herzens ankomme, gar sehrirren, so müssen wir doch wissen, daß wirklich hier-an viel gelegen sey. Es ist recht umgekehrt, wennman im Christenthum von außen anfangen will.O Jerusalem, wasche dein Herz, von der Boß-he!t, daß dir geholfen werde, Ier. 4, 14. Wenndieses nur einmal recht geschehen ist, so wirb dieVeränderung im Leben gar bald folgen, sonst abernicht. Viele sind besorget, daß alles Aeußerlichevor denen Menschen scheinen möge, vor ihre Her,zcn aber sind sie wenig besorget. Diese tragen ansich die KennzeichenderHcuchler,Matth.2z,27.28.Und was wird dieses, du eiteler Mensch helfen,wenn du gleich alles vor den Leuten verbergen willstmaßen dich Gott kennet, und ans ^.icht bringet,was im Hinstern verborgen ist? Er bat einenTag bestimmt, an welchem er alles entdecken, unddein Herz vor den Augen der Welt gleichsam zer,gliedern will, i Cor. 4, c. Pred. Sal. n, 14.Rom. 2,16.
4. Beobachte diejenigen Pflichten amallermeisten, die von der größesten Nichtig«keitsind. Der Heuchler beobachtet ganz genau dieleichten und geringen Sachen, und lässet dahintenwas schwer ist im Gesetz, nämlich das Gerichte,die Barmherzigkeit und den Glauben, Matth.2z,2z. Er hält sich am liebsten zu derjenigen Re-ligion auf die er am wenigsten wenden darf. Unddaher sind bey ihm die Worte nicht theuer; erpfleget ebenso eiferignach dem Aeußerlichen der Re-ligion zu frage:?, als mancher Eiferer kaum thun
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kann;