Zweyte Abtheilung. Cap. i. 34s.
hinlänglich sey, den Himmel zu erlangen. Die-semnach, wenn er nur soweitgelangen kann, so be-kümmerter sich nicht weiter; allein, ein rechtschaff-ner Christ, ob er gleich versichert ist, daß er meinemseligen Zustande sich befindet, will dennoch, so hochers auch im Christenthum gebracht hat, nicht ru-hen, sondern er strebet nach mehrern, und ringetweiter nach dem vorgesetzten Ziel, damit er, womöglich entgegen komme zur Auserstehungder Tod-ten, Phil z, i r. Derjenige, der kein Verlangennach der Vollkommenheit hat, der sich nicht vor-setzet und bearbeitet dieselbe zu erlangen,dessen Chri-stenthum kann ohnmöglich rechtschaffen seyn. Einwahrer Gläubiger verlanget die Heiligkeit um ihrselbst willen. Er strebet darnach, daß er hierinnvollkommen werden möge. Andre tragen nachsolcher nur ein Verlangen, in Ansehung des Him-mels, und deswegen suchen sie es in der Heiligkeitnur so weit zu bringen, als ihnen, den Himmel zuerlangen, genug zu schein scheinet. Sie gebrauchensich der Heiligkeit nicht'anders als einer BrückezumHimmel, und daher streben sie nicht nach mehrererHeiligkeit, als dahin zu gelangen, hinlänglich seynmöge. Sie machen, sich einen ganz falschen Be-grifvom Himmel, denn sonst müßten sie ia billignach diesem ein Verlangen tragen, maßen er derEndzweck der Heiligkeit, darinn wir vorietzo ste-hen, und die dort eine Genießung Gottes in voll-kommener Heiligkeit ist, Ein wahrer Glaubigerhat eine heilige Natur, und deswegen ist die Hei,ligkeit gleichsam sein Element und seine ordentlicheBemühung, ia er muß nothwendig die Heiligkeit
P 4 in