344 Alleins Grundlegung,
in ihrer Große verlangen, indem einiedes Wesen,nach seiner Art, die Vollkommenheit zu erlangen,bemühet ist. Ein gottseliger Mnsch verlanget dieHeiligkeit nicht deswegen, weil sie der Weg zumHimmel ist, sondern er liebt den Himmel mehrwegen dieses heiligen Weges, der dahin leitet, alswegen der vollkommenen Heiligkeit, die allda be-findlich ist.
§. 19z.
VII. Strebet ihr mit ganzem Ernst nachder Heiligkeit, die uns Christus erworben hat,da andere nur blos und allein nach der Selig-keit trachten, die uns durch Christum erworbenist? Nehmet ihr Christum also an, wie ihn Gottdarbeut, mit allen seinen Aemtern und Wohltha-ten, daß er sey beydes ein Fürst und Heiland, euchzu Feben so wohl Sufle, als Vergebung derSunden? Wollt ihr euch so lieb unter die Negie-rung Christi begeben,als euch lieb ist, durch Christumerlös, r zu seyn? Nehmet ihr auf euch sein Joch sogern und willig, als gern und willig ihr seine Wohl-thaten annehmet? Schätzet ihr seine Gesetze für ei-ne Freyheit? Ist euch seine Regierung keine Sela-verey, sondern eine sonderbare Begnadigung? Istsein Dienst eure Freyheit? Gehet ihr auf den We-gen Christi, als in Banden und Fesseln? Oderlaufet ihr in denselben mit Freudigkett des Her-zens, mit Lust und mit willigem Geiste?§. 194.
Vill. Machet ihr Gott zu eurem höch-sten und vornehmsten Endzweck, wenn anderesich selbst zu ihrem Endzweck machen? Der
Heuch-