zi4 Meins Grundlegung,
neu Regel der Billigkeit und Liebe mit ihnen verfahrrer, nämlich gegen andere also zu verfahren, wieeuch euer Gewissen saget, daß ihr gerne wolltet, daßman in dergleichen Fall euch thun sollte. Wennes von euch in eines ieden Stande erfordert wird,daß ihr sodann diejenige Zärtlichkeit und Liebe, die-jenige Ehrerbietung und Gehorsam, diejenige Höf-lichkeit, Willfährigkeit und Freundlichkeit, die euchin einem ieden Stande geziemet, von euch blicken las-set ; hierinne, sage ich, beruhet die Vortrefiichkeit derReligion und des Christenthums.
§. 172.
Gedenket immer an den Endzweck euercr Hand-lungen. Es ist gewiß, daß ein Reisender, (sich desgewöhnlichen Gleichnisses zu bedienen, ) nicht alleAugenblicke an den Endzweck seiner Reise gedenket,wie er es denn auch nicht nöthig hat, iedoch ist wohlderselben einer zu finden, der hieran nicht gedenkensollte, wenn er ansänget aus zu reisen? MeineVrüder, ich sehe nicht , daß ihr durch Beten undWachen nicht dahin gelangen könntet, daß ihr ineiner ieden besondern Handlung eure Gedanken aufGott, als euren Endzweck gerichtet seyn lasset.Machet dieses zu einer Richtschnur und Regel, dar-nach ihr täglich zu wandeln, euch befleißigen wollt;leget euch niemals zu Bette ohne diese und derglei-chen Gedanken. Wohlan, ich will mich der Ruheund meines Bettes also bedienen, wie es Gott ver-ordnet hat, nämlich zu meiner Erquickung die die
Natur