Erste Abcheilung. Cap. 9. 515
Natur erfordert, damit sein Diener desto ge.schickter zu seinem Werk seyn möge. Gleicher-geftalt stehet niemals auf ohne dergleichen Gedan-ken : Ich will an diesem Tage im Namen desHerrn ausgehen, und meine Geschäfte den ganzenTag also einrichten, daß ich Gotr gefallen möge.Fanget niemals eure Berufsarbeit an, ohne nur beydem Antritt derselben folgende Gedanken zu hegen :Ich will meine Verrichtung in Gehorsam gegenGott antreten, indem dieies sein Wille ist, daß ichvor ihn in meinem Beruf und Stande wandeln soll.Setzet euch niemals zu Tische, ohne nur mit diesenGedanken: Ich will anieczo essen und trinken, nichtnur meinen Lew zu sättigen, sondern auch einenDiener und Gliedmaß Jeju Christi zu nähren, da-mit er Kraft zu seinem Dienste haben möge. Schär-fet euch dieses selbst ein, und prüfet euch des Abends,wie ihr dieses in Acht genommen, und bestrafet euch,worinnen ihr gefehlet habt. Lernet, und fasset die-ses r»ur einmal, so habt ihr schon m etwas zugenom-men. Ihr werdet sodenn ein imfehlbares Zeugnißund gewisse Versicherung von eurer Aufrichtigkeithaben, und das inwendige Geheimniß von einemrechtschaffenen Wandel mit Gott erkennen.
§. i?Z.
8. Lasset euch fleißiger unter euren Hausleu-ten und in eurem Betkammerlein finden, und lasseteuch das Werk noch mehr angelegen seyn, als sonstgeschehen ist, da es anietzo, was den -öffentlichenGottesdienst anbelanget, ermangeln will.
Erst-