zicz Alleins Grundlegung,
Geringschätzung Gottes, und Verachtung desHlm-mcls, der ewigen Herrlichkeit und aller Verheißung,an, daß ihr in solcher Ungewißheit so ruhig seyd,da ihr nicht wisset, ob dieses euer sey oder nicht ?Wie viele finden sich nicht unter euch, die nicht ein-mal wissen, ob ihr Gang nach dem Himmel odernach der Hölle gerichtet sey? Was für eine ver-zweifelte Nachläßigkeit zeiget dieses nicht an, daßZhr von einer Woche nach der andern in solchemAustande fortfahret? Jhr.habt zwar einige Hof-nung, daß es mit euch wohl ablaufen werde, allein,weiset mich ja nicht ab mit eurer Hofnung. Ru-het nicht, bis ihr nicht nur sagen könnet: Ich hoffeselig zu werden, sondern auch : Ich weiß, daß ichaus dem Tode ins Leben kommen bin. Mirwissen, so unser irdisch Haus dieser Hütten zu-brochen wird, daß wir emen Ban haben vonGott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen ge-macht, das ewig ist im Himmel.
§. 165.
4. Lasset 'es nicht daran genug seyn, daß ihrwirklich im Gnadenstande siehet, sondern befleißigeteuch auch, daß ihr auch darin wachsen und zuneh-men möget. Meynet nicht, als ob schon alles ge-than sey, wenn ihr einen gewissen Veweiß, daß ihrin der Gnade stehet, aufzuweism habt, sondern be-fieißiget euch auch zum höchsten, daß diese Gnade in<uch möge vermehrer werden. Derjenige, der nichtverlanget vollkommen zu werden, und der dahinnicht lasset seine Gedanken gerichtet seyn, der gelan-get