Erste Abtheilung. Cap. 9. zu
Zet niemals zu einer rechtschaffenen Aufrichtigkeit.Der da wirklich in der Gnade zu stehen verlanget,der verlanget diese nicht schlechterdings als eine Brü-cke zum Himmel, so, daß er nicht mehrere Gnadetheilhaftig zu werden suche, als schon genug scheinet,ihn dahin zu bringen, sondern er verlanget dieselbeum ihrentwillen, und deswegen wünschet er sich die-selbe in ihrer Größe zu besitzen. Derjenige, der nurwegen des Himmels ein Verlangen nach der Gna,de traget, und der da nur um die niedrigsten Stu-fen der Gnade bekümmert ist, die einer haben unddadurch er in den Himmel gelangen mag, in demAbsehen, daß er gern nichts weiter verlangen will,wenn er nur ein solches Maaß erlangen kann, einsolcher Mensch ist nicht aufrichtig in seinem Herzen.Meine Christen, Gott der.Herr will, daß ihr nichtKinder und Zwerge seyn, sondern er will von euchbesonders haben, daß ihr zunehmen, und wachsensollet. Was thut ihr wohl anietzo mehr, als ihrbisher gethan habt? Ach fühlet ihr den ScachelGottes in eurer Seiten, und seine Geißel auf eurenRücken, und ihr wollt dennoch im Christenthumnicht hurtiger fortgehen, und euch nicht emsiger be-zeigen ? Lasset euch die Emsigkeit Pauli anbefohlenseyn: Nicht, daß ichs schon ergriffen habe,oder schon vollkommen sey. Ich jage ihm abernach, ob ichs auch ergreifen möchte> nachdemich von Christo Jesu ergriffen bin. MeineBrüder, ich schätze mich noch nicht , daß ichsergriffen habe. Eines aber sage ich, ich ver-gesse, was dahinten ist, und strecke mich zu
U 4 dem,