Erste Abtheilung. Cap.9. 509
s, r r. Da wir nun zu einer Gewißheit gelangenkönnen, wollt ihreuch deswegen nicht Mühe geben ?Meine Brüder, eben ietzo ist es nöthig, wenn.es-jemals geschehen soll, daß ihr euch dieses höchstensangelegen seyn lasset, eine Gewißheit zu erlangen.Wir stecken recht elend unter lauter Ungewißheit,was unsere zeitliche Besitzung anbelanget, wirwiss'n nicht, wie bald uns Gott rufen möchte, daßwir dieses alles fahren lassen müssen. Ihr, meineChristen , was denket ihr nun? Wollt ihr vonkeiner Sache, eine Gewißheit haben? Wollt ihrnicht gewiß seyn, wie es in Ewigkeit mit euch stehenwerde, da ihr wegen eures gegenwärtigen Lebens insolcher Ungewißheit stehen müsset? Was wollt ihrthun am Tage der Heimsuchung, wenn euch 'dieäußerste Noth treffen sollte, dafern ihr nicht gewißseyd, daß euch Gott annehmen werde? Es möchteeines Menschen Herze Zittern und Entsetzen ankom-men, wenn er bedenket, daß er in eine so erschreckli-che Versuchung gerathen kann, daß er alles umChristi willen fahren lassen, und dennoch in Anse-hung seiner Seele in Ungewißheit seyn müsse. <Z>mein Mensch ! was für einen Vortheil wird jo-den n der Versucher gegen dich haben, wenn er direingeben wird: Willst du denn so närrisch gegendich handeln, und alles auf einmal fahren lassen ?Du siehest ja, daß du des Himmels und Christinicht recht gewiß versichert bist, und deswegen hal-te doch dieWelt feste, so lange du sie hast, und be-halte, was du schon gewiß,besitzest. Meine Ge-liebte, was zeiget dieses nicht für eine erfchröckliche
U z , Gering-