Erste Abtheilung. Cap. 7. 245
len soll, welche ganz unerträglich ist, und mich noth-wendig zerknirschen muß. Herr, ich bin schwer undhart beladen, stehe mir mit deiner Gnade bey, sonstbin ich verlohren. Nimm von mir diese schwereSchuld, diese Last, die mich zu Boden drückt, sonstsehe ich mich ohne alle Hofnung überwältiget, undzur Hollen gebeuget. Vl)enn man meinen Jam-mer wägte, und «nein Leiden zusammen in ei-ne VOage legte, so würde es schwerer seyn,denn Sand am Meer, darum ists umsonst, wasich rede« Es würde diese? alle Felsen und Hü-gel überwiegen, es würde alle Inseln der Erdenüberwiegen. Ach Herr, meine große und mannich-faltigen Sünden sind dir nicht verborgen! Achmeine Seele! Ach, leider! meine Ehre, wie bist duso gedemüthiget? Du wärest sonst die Ehre deinesSchöpfers, und ein Ebenbilv Gottes, nun aber bistdu ein Haufen voll lauter Unfiätigkeit, ein Sargvoller Faulniß, angefüllet mit Gestank und Wi-derwärtigkeit. O was hat die Sünde in dir an-gerichtet! Du sollst hinführo genennet werden dieVergessene, und alle deine Seelenkräfte die Ver-lassenen. Dein Name dabey man dich künftignennen wird, soll heißen Icabod, wo ist deine Eh-re und Ruhm? Wie sehr bist du nicht herunter ge^kommen? Meine Schönheit istin Häßlichkeit ver-wandelt, und meine Ehre in Schmach. Herr,was für^ein abscheulicher aussätziger Mensch binich? Der mit vielen Schwären behaftete LeibHiobs oder Lazari kmmte nicht so abscheulich in denAugen und Nasen der Menschen seyn, als ich inden Augen des allerheiligstm Gottes seyn muß,Q z welche