Erste Abtheilung. Cap.' 6. 159§. 89.
Die Heiligkeit Gottes ist mit lauter Haßgegen dich angefüllt. Du bist nicht ein Gott,dein gottlos Wesen gefallt, wer böse ist, blei-bet nicht vor dir. Die Ruhmredigen bestehennicht vor deinen Augen, du bist feind allenUebelchätern. Er ist nicht allein zornig auf dich,denn es psiegt auch wol cm Vater über sein« eigeneKinder zu zürnen, sondern er hat ein festes, einge-wurzeltes und bestandiges Mißfallen an dir. Ermag deiner nicht, oder es eckelt ihm vor dir, unvan alle dem, w.?6 du thust, ob schon das, wasdie Sache betrift , von ihm gebeten ist. MeineSt clc ist feind euren Neumonden undIahrs»Zeiten , ich bin derselben überdrüssig, ich bin»müde zu leiden. Ich habe keinen Gefallen aneuch, spricht der Herr Febaoth, und das Speiß,opfer von euren Handen ist nur nicht ange-nehm, Jes. 1. Wenn ein Mensch seinen Dienernnoch so gute Speisen zuzurichten gäbe, so würdeer sie doch nicht anrühren, wenn sie etwas unfläti-ges oder Gift darunter mischen wol'ten. DasWesen Gottes ist der Sünde unendlich entgegen,und also kann er nicht anders als einen Sünderhassen , der außer Christo lebet. Ach was ist dasfür ein Elend, außer der Gnade Gottes leben, iaunter dem Haß desselben sich befinden! DieserGott könnte eben so leicht sein Wesen ablegen, erkönnte eben so leicht aufhören ein Gott zu seyn, alser dich nicht verabscheuen noch dir zuwider seyn soll-te, es wäre denn, daß du durch die Gnade, geän-dert und erneuert werdest. Achl Sünder, wie
darfst