Erste Abtheilung. Cap. 5- 129
seyn, wenn man das erbärmliche Spectakul mit an»gesehen hätte, als die armen Protestanten in großerMenge zusammen in eine Scheuer gesperret wur-den, da denn der Scharfrichter, dessen unmenschli-che Hände vom Menschenblute rauchten, kommen,einen nach dem andern blindlings auf den Blocklegen, und sie also, ohne alle gegebene Ursache, hin-richten mußte; so müssen unsere Herzen im Leibegleichsam bluten, wenn man bedenket, wie die Un-wissenheit insgeheim bey Hunderten in großen Ver-sammlungen zu todten, und sie blindlings nach demBlock zu führen pflege. Hütet euch, damit es jaum euch nicht also stehen möge. Vertheidiget nichtdie Unwissenheit. Wo ihr diese Sünde schonet, sowisset, daß sie euer auch nicht verschonen werde.Wird;wohl ein Mensch seinen Mörder in seinemBusen tragen wollen.
§. 68.
2. Geheime , da man sich
mit Christo gleichsam mit Vorbehalt verbin-det. Alles um Christi willen zu verlassen, Vmerund Mutter, auch dazu sein eigen Leben zu hassen,ist gewißlich eine harte Probe. Viele pflegen wolviel zu thun, sie wollen sich aber doch nicht zu derieni-gen Religion bekennen, darüber sie etwas leiden müs-sen. Sie widmen sich Christo niemals ganzlich, undwollen sich ihm nicht völlig aufopfern. Sie wol-len noch eine und andere angenehme Sünde hegen,und sind nicht gesonnen, ihnen selbsten Schaden zuthun; wie sie denn auch viele geheime Einwendun-gen, in Ansehung ihres Lebens, Freyheit und Ver-mögens zu machen wissen. Viele nehmen Chri-ThävgesChristenth. I stum